Die Sicherheitskontrollen an Flughäfen wurden nach dem vereitelten Attentat auf ein Flugzeug der
Northwest Airlines in Detroit weltweit verschärft. Künftig könnten bei
Flügen in die USA Laptop oder iPod verboten sein, die Passagiere werden zudem verstärkt kontrolliert. Als Folge des Attentatsversuchs entbrannte auch erneut die Diskussion um den Einsatz der
umstrittenen "Nacktscanner". Doch möglicherweise lassen sich Sicherheitskontrollen auf relativ einfache Weise umgehen, wie jetzt Reporter des Senders "rbb" in einem Bericht des ARD-Fernsehmagazins "
Kontraste" aufgedeckt haben. Per Funk konnten Hacker die Ausweise des Flughafenpersonals kopieren. Damit stehen Terroristen Tür und Tor zu allen Bereichen des Flughafens offen.
"Legic Prime" mit Schwächen
Die Eingänge für das Flughafenpersonal würden laut "Kontraste" nicht kontrolliert, hier genügten die Chipkarten der Flughafenmitarbeiter als Zugangsberechtigung. Mit gehackten Mitarbeiterausweisen sei der Zugang auch aufs Rollfeld und damit auch in die Flugzeuge möglich. Unter anderem könnte auf diesem Weg auch eine Bombe unbemerkt an Bord geschmuggelt werden. Das eingesetzte Zugangssystem
Legic Prime der schweizerischen Firma Legic sei nur unzureichend gesichert.
CCC-Hacker kopierten Zugangsausweise per Funk
Sicherheitssystem Legic Prime: Laut "Kontraste" nur unzureichend gesichert. Screenshot: onlinekosten.de
Mit einem von den Hackern des Berliner "Chaos Computer Club" (
CCC) nachgebauten Lesegeräts hätten die Sicherheitsausweise leicht ausgelesen werden können. Da die Ausweise meist offen am Körper getragen würden, reiche etwa das Anrempeln eines Mitarbeiters im überfüllten Terminal zum Auslesen der Chips aus. Das gefälschte Lesegerät speichere die Daten des Mitarbeiterausweises und öffne den Hackern dann problemlos den Zugang zu den Sicherheitsbereichen.
"Das System auszuhebeln ist einfach, was uns sehr überrascht hat, weil es als Sicherheitssystem vermarktet wird und sehr verbreitet ist. Wir waren schlicht schockiert, überhaupt keine Hürden zu finden, die wir hätten überwinden müssen," so Karsten Nohl vom CCC. Es sei auch nicht verschlüsselt gewesen. Bereits Ende Dezember hätten er sowie Henryk Plötz, ebenfalls beim CCC aktiv, die Erkenntnisse über die Sicherheitslücke an die Sicherheitsbranche weitergegeben.