Den Wachstumsmarkt vor Augen hatte Google
vor vier Jahren seinen ethischen Grundsatz "Tue nichts Böses" aufgegeben und sich mit der chinesischen Zensur ins Boot begeben. Der hohe Preis der Selbstzensur hat sich nicht wirklich ausgezahlt.
Baidu.cn bevorzugt
Chinas Behörden haben stets das heimische Unternehmen Baidu.cn bevorzugt. Im zurückliegenden Sommer wurde Google noch Ziel öffentlicher Kritik in Chinas Staatsmedien, pornografische Inhalte zuzulassen, obwohl die Suche bei Baidu.cn ähnliche Bilder hervorbrachte. Zur Strafe wurden Google.cn und Gmail kurzfristig gesperrt. Und es ging immer weiter. Die Behörden forderten von Google weitere Einschränkungen, während die "
Firewall" um China immer höher gezogen wurde. Das Maß war für Google endgültig voll, als Hacker-Angriffe aus China im Dezember wichtige Programmcodes klauten, um sich künftig Zugang ins Google-Reich zu verschaffen. Auch wurden die Mailkonten chinesischer Menschenrechtsaktivisten ausspioniert. Der Verdacht liegt nahe, dass hinter den Hack-Angriffen offizielle Stellen in China stecken.
Doch trotz der offenen Rückzugsdrohung dürfte Google noch weit entfernt davon sein, das Geschäft in China tatsächlich komplett aufzugeben, sagte Heath Terry, Analyst bei FBR Capital Markets in New York. "Das ist Googles Weg, eine wichtige Diskussion zu eröffnen". Die Rückzugsdrohung sei dafür nur der Auftakt, so Terry.