Die chinesische Regierung wird ihre Zensur nach Einschätzung von Experten auch nach der
Rückzugsdrohung von Google nicht aufgeben. Die Ankündigung des US-Konzerns, sich aus China zurückzuziehen, sollten bestimmte
Internet-Inhalte weiterhin ausgefiltert werden müssen, werde die Behörden nicht zum Einlenken bewegen, sagten Internetexperten am Mittwoch voraus. Gleichzeitig erntete der Suchmaschinenriese auch in China Zustimmung und Lob für seinen Schritt.
Kein Nachgeben in der Ideologie
Der Kommunikationsprofessor Guo Ke von der Shanghaier Universität für Internationale Studien sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die chinesische Regierung werde ihre Zensur nicht einstellen. Er warf Google vor, ein "Katz-und-Maus-Spiel" zu verfolgen. Das Unternehmen versuche, "die Verärgerung oder Enttäuschung der
Internetnutzer als Hebelwerkzeug zu benutzen". Die Nutzer seien die "wirklichen Opfer". In Sachen Ideologie werde die Regierung niemals nachgeben, so Ke. "Es ist der Regierung egal, ob sich Google aus China zurückzieht". Während amtliche Stellen auch auf wiederholte Anfragen zunächst nicht reagierten, zitierte die Staatsagentur einen "ranghohen Offiziellen" mit den Worten: "Es ist noch schwer zu sagen, ob Google sich aus China verabschiedet. Niemand weiß es."
Xinhua hob allerdings ausführlich hervor, dass 700 Angestellte von Google in China jetzt um ihre Arbeit bangten. Eine Sprecherin von Google in Peking teilte mit: "Wir sind stolz auf unsere Erfolge in China." Im Moment laufe eine Überprüfung der Geschäfte. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter zeigte sich laut Xinhua aber nicht optimistisch für die Verhandlungen zwischen Google und den Behörden.