Schächte für Rohre graben, Kabel ziehen und an den nächsten Hauptverteiler anschließen - der Breitband-Ausbau bei der Deutschen Telekom geht auch 2010 weiter. Seit 1999 hat der Bonner Konzern nach eigenen Angaben zehn Milliarden Euro in moderne
Breitband-Infrastruktur gesteckt. Und viel Geld soll auch 2010 fließen. Vielerorts aber nur mit Unterstützung durch Städte und Gemeinden.
Telekom erwartet Unterstützung
Überall dort, wo derzeit noch weiße Flecken auf der
DSL-Landkarte zu finden sind, will die Telekom-Festnetzsparte
T-Home auch in den kommenden zwölf Monaten auf Kooperationen mit Kommunen setzen, um schnelles
Internet noch mehr Bundesbürgern zur Verfügung stellen zu können. Im Klartext heißt das: die Telekom legt den Gemeinden eine Kostenanalyse vor und die Kommunen entscheiden zum Beispiel darüber, ob sie die Kosten für teure Tiefbaumaßnahmen übernehmen. Laut Telekom werden dafür bis zu 50.000 Euro pro Kilometer fällig.
Alternativ sei es von Fall zu Fall auch möglich, dass Leerrohre oder Kabelkanalanlagen zur Verfügung gestellt werden oder finanzielle Zuschüsse fließen. Vereinzelt schließen sich aber auch Bürger-Initiativen zusammen, um die Telekom bei anfallenden Arbeiten zu unterstützen - wie zum Beispiel die
DSL-Gräber von Hegensdorf, die inzwischen nicht mehr im Schneckentempo über
ISDN, sondern mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) online gehen können.
Im vergangenen Jahr wurde über Kooperationen in bundesweit 720 Gemeinden eine Zusammenarbeit besiegelt und rund 300.000 Haushalte zusätzlich an das DSL-Netz der Telekom angeschlossen. Weitere 50 Verträge seien bereits ausgearbeitet worden und müssten nur noch unterschrieben werden, teilte die Telekom am Dienstag in Bonn mit.
Arbeiten an DSL-Netzen sind häufig eine komplizierte Angelegenheit. Bild: Deutsche Telekom
Funklösungen als Alternative
2010 soll "weiter gezielt in ländliche Gebiete" investiert werden, prognostiziert Festnetz-Chef Niek Jan van Damme. Ziel sei es, "ähnlich viele Kooperationen zu vereinbaren wie im Vorjahr". Einen schon bekannten Trend will die Telekom künftig noch verstärken. "Wo der Ausbau über Festnetz zu teuer ist, prüfen wir
Mobilfunk- oder Richtfunklösungen", sagt Ulrich Adams, der bei der Telekom als Vorstandsbeauftragter den Breitbandausbau in Deutschland leitet. Aktuell wird dabei auf
UMTS- und
HSDPA-Technik zurückgegriffen, künftig wird auch
LTE eine immer gewichtigere Rolle spielen.
Bereits in 50 Städten sind über das Telekom-Netz Internet-Downloads über
VDSL mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, mehr als 1.000 Städte können - zumindest teilweise - auf Basis von
ADSL2+ mit bis zu 16 Mbit/s online gehen.