Steigende Strompreise vieler Stromversorger in Deutschland verärgerten zu Jahresanfang etliche Kunden. Die
Bundesnetzagentur rät daher zum Wechsel des Stromanbieters. Doch nicht nur Privatkunden hierzulande kämpfen mit hohen Energiekosten. Der US-Internetkonzern Google unterhält weltweit große Rechenzentren, für die
Google-Suche wird viel Energie benötigt. Rund 80 Prozent aller weltweiten Suchanfragen laufen über das Netzwerk des Marktführers. Bei der US-Behörde FERC (Federal Energy Regulatory Commission) hat Google laut eines Berichts der "Financial Times Deutschland" (FTD) nun eine Lizenz als Energiehändler beantragt.
Günstigere Preise für erneuerbare Energien
Wird Google nun also neben zahlreichen Internetdiensten und zuletzt dem eigenen
Google-Handy Nexus One zusätzlich auch noch Strom an Privathaushalte verkaufen? Die Vermutung liegt nahe, da Google in immer mehr Bereiche des täglichen Lebens vordringt. Doch diesmal denkt Google vor allem an die eigenen Energiekosten. Bereits im vergangenen Jahr hatte der US-Konzern mit Google Energy ein weiteres Tochterunternehmen gegründet. Der bei Lizenzerteilung mögliche direkte Stromkauf an den Strombörsen soll ausschließlich dem Unternehmen selbst zu Gute kommen. Auf diesem Wege könne Google laut einer Stellungnahme des Unternehmens günstigere Einkaufsbedingungen für den geplanten verstärkten Einsatz erneuerbarer Energie erzielen.
Große Solaranlage auf dem Google-Hauptquartier
Am Hauptsitz im kalifornischen Mountain View gewinnt der Internetkonzern bereits Strom über eine große Solaranlage. Für Privatleute hatte Google im vergangenen Jahr den Dienst
Google Power Meter vorgestellt. Darüber lässt sich der Stromverbrauch online messen und Stromfresser ausfindig machen.
Die Dächer der kalifornischen Google-Zentrale sind mit Solarzellen bedeckt. Bild: Google
Jörg Schamberg