Wer mehrere mobile Endgeräte im Einsatz hat, kennt das Problem: Jedes Modell kommt mit einem eigenem Ladegerät und spezifischen Anschlüssen, die selbst zum Vorgängertyp häufig nicht kompatibel sind. Eine Möglichkeit das Kabelgewirr unterschiedlicher Ladegeräte zu umgehen, ist der
einheitliche Standard für Ladegeräte, auf den sich führende Handyhersteller Mitte 2009 einigen konnten. Noch praktischer wäre jedoch eine Plattform, mit der sich nicht nur Mobiltelefone, sondern verschiedene Gerätetypen speisen lassen. Einen solchen Ansatz präsentierte nun LG auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas: Um die Geräte mit Strom zu versorgen, ist lediglich das Ablegen auf einer Ladematte notwendig. Die Energie wird kabellos übertragen.
Bekanntes Prinzip
Ganz neu ist das Prinzip jedoch nicht. Bereits auf der CES 2009 stellte der US-Hersteller Powermat eine ähnliche Technologie vor, mit der eine Vielzahl unterschiedlicher Gerätetypen geladen werden kann – bis zu drei Geräte gleichzeitig. Per Mini-USB-Schnittstelle wird dabei ein Strom-Empfänger mit Handy, Spielkonsole oder etwa Navigationsgerät verbunden. Sobald dieser auf einer Ladematte aufliegt, erhält das jeweilige Gerät neue Energie – per magnetischer Induktion. LG setzt nun offenbar auf den gleichen Ansatz, der auch bereits seit Jahren bei elektrischen Zahnbürsten zur Anwendung kommt. "Immer mehr Verbraucher suchen nach einer einfachen und bequemen Methode, ihre mobilen Endgeräten aufzuladen", sagte LG-Vorstandsvorsitzender Skott Ahn. Für LG liege ein Schwerpunkt darin, seine Kunden von klassischen Ladegeräten zu "befreien" - das kabellose Laden sei ein Ergebnis stetiger Bemühungen, die Nutzung mobiler Endgeräte zu vereinfachen.
Bis zu drei Geräte gleichzeitig können auf der Ladematte mit Strom versorgt werden. Bild: LG
Das System der Koreaner soll bis zu drei Geräte gleichzeitig stabil versorgen können – selbst, wenn diese während des Ladens auf der Unterlage bewegt werden. Diese erinnert mit 32 x 25 Zentimetern in Größe und Form an ein Mauspad. LG verspricht dabei ein hohes Sicherheitsniveau: Selbst metallische Gegenstände wie Schlüssel oder Münzen können demnach gefahrlos auf der Matte abgelegt werden. Über weitere Details zur Funktionsweise machte das Unternehmen jedoch keine Angaben. Offizieller Verkaufsstart ist die zweite Jahreshälfte 2010.
Christian Wolf