Die Telekomkonzerne stehen vor einem Dilemma: Investitionen in die Netzinfrastruktur verschlucken Milliarden, gleichzeitig bremst der harte Preiswettbewerb das Umsatzwachstum. Dienste rund um das Web und das
mobile Internet sind der Rettungsanker, an den sich die Konzerne auch 2010 als Wachstumsstrategie klammern.
Datendienste im Aufwind
Von der Wirtschaftskrise blieb die Branche zwar weitgehend verschont. Der Branchenverband BITKOM sieht den deutschen Telekommarkt 2010 aber dennoch um knapp ein Prozent schrumpfen. Technologische Neuerungen sowie Eingriffe der Regulierungsbehörden seien für das Minus verantwortlich. Bereits im vergangenen Jahr beklagten die Mobilfunkbetreiber niedrigere Roaming-Gebühren und Entgelte für Gespräche aus fremden Netzen. Die Einnahmen im Festnetzgeschäft stehen seit langem unter Druck. Hoffnungsträger ist das Geschäft mit Diensten rund um das
Internet und mit mobilen Breitbandanschlüssen. BITKOM rechnet im neuen Jahr für die Datendienste mit einem Wachstum von 3,6 Prozent.
60 Prozent der Haushalte mit Breitbandanschluss
Gleichzeitig fehlt in vielen Teilen Deutschlands die notwendige Infrastruktur - nicht nur für mobiles Internet. Auch für Zusatzdienste wie Internetfernsehen und Videodownload sind die Leitungen vielerorts noch nicht ausgelegt. Laut BITKOM hatten Mitte 2009 erst 60 Prozent der Haushalte in Deutschland einen Breitbandanschluss - und das, obwohl die Bundesregierung bis Ende 2010 flächendeckend Übertragungsraten von einem Megabit je Sekunde verspricht. Bis 2014 sollen sogar drei Viertel der Haushalte mit Anschlüssen von 50 Megabit je Sekunde versorgt werden.