Wovon die
Musikindustrie in Deutschland noch träumt, ist in Großbritannien bereits Realität: Warnbriefe für Filesharer. Britische Minister haben nun Zahlen herausgegeben, wie teuer der Kampf gegen die Online-Piraterie werden könnte.
Zusatzkosten: 25 Pfund pro Jahr
Einem Bericht der "Times Online" zufolge könnten durch den sogenannten
Digital Economy Bill insgesamt Kosten in Höhe von 500 Millionen Pfund anfallen, was etwa 555 Millionen Euro entspricht. Das Verschicken der Warnbriefe an Kunden britischer
DSL-Provider, die durch illegale Downloads auffielen, würde den Ministern zufolge 1,40 Pfund (1,55 Euro) zusätzliche Kosten pro Kunde verursachen. Die Kosten der Anti-Piraterie-Maßnahmen hätten sie nicht geschätzt, laut "Times Online" gehen die
Provider für die Mehrarbeit aber von 25 Pfund an zusätzlichen Gebühren pro Jahr und pro Anschluss aus, was für 40.000 Haushalte eine zu hohe Last bedeuten würde. Den Betroffenen bliebe nur die Aufgabe des
Breitband-Anschlusses übrig. Als unfair kritisiert einer der Minister, dass unschuldige Bürger für Aktivitäten einer Minderheit bestraft werden würden.
Geteilte Meinungen
Für die Musik- und Filmindustrie könnten durch die Vereinbarungen Schätzungen zufolge 1,7 Milliarden Pfund innerhalb der nächsten zehn Jahre herausspringen – zusätzlicher Umsatz. Für die Regierung fielen dabei 350 Millionen Pfund an Steuern ab. Die
Internet-Service-Provider in Großbritannien wünschen sich von der Content-Industrie eine Beteiligung an den Kosten, um die Gebühr pro Kopf zu senken. Ein Sprecher des Amtes für Business, Innovation und Kompetenzen ist der Meinung, dass der Nutzen für das Land die Kosten aufwiege und dass auch die Vertreter der Rechteinhaber ihren Beitrag leisten.
Der
Digital Economy Bill ist noch nicht abgesegnet. Aktuell wird er noch vom House of Lords gesichtet, ab dem 6. Januar soll er eindringlich geprüft werden. Nach dem Verschicken der Warnmeldungen sieht der Vorschlag vor, den
Internetanschluss der Betroffenen zu kappen, wenn sie weiterhin illegal Inhalte herunterladen.