Dienstag, 22.12.2009 14:05

Springer: "Tagesschau"-App ist Marktverzerrung

aus den Bereichen Mobilfunk, Sonstiges
Unterdessen haben sich weitere Verbände der deutschen Medienlandschaft den bisherigen Kritikern angeschlossen. So missbilligten auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sowie der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) die Pläne des öffentlich-rechtlichen Senders. Die gebührenfinanzierte ARD dehne erneut ihren Auftrag zu Lasten der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger aus, heißt es in einem Brief von VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner an Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Ministerpräsidenten der Länder.

Anzeige
Weitere Verbände mit Kritik

Die ARD solle sich auf ihren Grundversorgungsauftrag beschränken. "Kaum haben Verlage erste Bezahlmodelle entwickelt, um in einer für sie außerordentlich schwierigen Lage die journalistische Qualität weiter finanzieren zu können, drängt das öffentliche-rechtliche Fernsehen auf dasselbe Feld; allerdings mit einem Gratisangebot, das den Markt auf hochproblematische Weise verzerrt." Fürstner unterstrich, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel während der VDZ Zeitschriftentage im November auf die Seite der Verlage gestellt und Schutz vor Marktverzerrungen zugesagt habe. Dazu zählten nicht nur Werbeverbote, sondern auch gebührenfinanzierte Verdrängungsversuche. Der Verband will nun auch mögliche rechtliche Schritte prüfen.

"Mit der unrühmlichen Fortsetzung ihrer gebührenfinanzierten "Kostenlos-Strategie" nun auch im App-Store versucht die ARD erneut, private Marktentwicklung im Keim zu ersticken", sagte der VPRT- Präsident Jürgen Doetz. "Der VPRT hat diese gefährliche Entwicklung schon in den Drei-Stufen-Tests und auch im Zusammenhang mit der 100- Sekunden-Tagesschau im Netz aufgezeigt." Wenn die öffentlich- rechtlichen Anstalten nun glaubten, "unverfroren und ungestört ihre Salami-Taktik" fortsetzen zu können und die deutsche Medienpolitik weiter wegschaue, werde das Ergebnis der EU-Beihilfeentscheidung durch die gebührenfinanzierten Anstalten erneut beschädigt."

NDR: Kritik überzogen, Kosten überschaubar

Der NDR wies die Kritik zurück: "Der geplanten Kooperation liegt kein neues oder geändertes Telemedienangebot im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags zugrunde", sagte Sprecher Martin Gartzke. "Es geht auch nicht um exklusive Inhalte. Vielmehr sollen bereits seit Jahren mobil verfügbare Inhalte, die schon seit langem über tagesschau.de/mobil oder wap.tagesschau.de abgerufen werden können, für eine Verbreitung über Smartphones wie das iPhone dargestellt und optimiert werden." Abgesehen von einem überschaubaren einmaligen Programmieraufwand und den auch sonst für Tagesschau.de entstehenden Verbreitungskosten fielen dafür keine zusätzlichen Kosten an.
Christian Wolf / Mit Material der dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 €18/Monat "Kostenlos"? Nichtzahler dürfen sie eh nicht nutzen... (36 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Alon am 25.12.2009 um 12:58 Uhr
 Suche

Internet per VDSL
Die DSL-Anbieter rüsten auf:
Mit ihren VDSL Angeboten bieten die Provider Highspeed-Internet mit bis zu 50 Mbit/s in vielen Gebieten.
Jetzt T-Home VDSL Verfügbarkeit prüfen oder den Ausbau von 1und1 VDSL, Alice VDSL und Vodafone VDSL checken.
Internet TV
Mit Kabel oder VDSL per Internet TV aufregende Unterhaltungsangebote nach Hause holen.
Nicht nur mit 1und1 VDSL, T-Home VDSL oder Vodafone VDSL gibt es rückelfreies TV Programm.
Auch die Kabelnetzbetreiber haben gute Angebote.
DSL Speedmessung
Trotz Highspeed ADSL Anschluss nur Diashow statt flüssiges Internet Fernsehen?
Unbedingt DSL Geschwindigkeit testen. Wenn der Provider wieder zuviel versprochen hat, gleich neues DSL Angebot einholen.
Bei vielen Anbietern gibt es auch Internet Telefonie dazu. Wir haben die besten DSL Tarife im Vergleich.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs