Die Hochzeitskarten sind so gut wie gedruckt, da lässt die Braut die Party platzen. Der lokale Suchdienst Yelp hat sich offenbar gegen die Ehe mit Internetgigant Google entschieden - und mehr als 500 Millionen Dollar in den Wind geschrieben. Das berichtet das Magazin "Der Spiegel" mit Verweis auf das Technikforum TechCrunch. Offiziell ist es nicht, aber vermutlich buhlt ein liquider Konkurrent um die Gunst der kleinen Braut, so die Gerüchteküche der Branche.
Nebenbuhler in Sicht?
Das Forum beruft sich auf diverse Quellen: Die Vorbereitungen für den 500-Millionen-Dollar-Verkauf liefen auf Hochtouren, da habe Yelp am Wochenende plötzlich seine Meinung geändert und Google einen Korb gegeben. Bis jetzt heißt es, das Portal wolle unabhängig bleiben. Möglicherweise ist jedoch ein Konkurrent im Boot. Gemunkelt wird von Apple oder Microsoft.
Das 2004 gegründete Suchportal Yelp mit Sitz in San Francisco gilt als mäßig erfolgreich. Der Erlös soll Medienberichten zufolge im ablaufenden Jahr bei 15 bis 20 Millionen Dollar liegen. Geschäftsidee des Dienstleisters: Nutzer können über das Portal beispielsweise lokale Einrichtungen wie Restaurants bewerten. Ein Markt, den Google für sich erschließen möchte, ist es doch derzeit nur über das Kartensystem Google Maps auf dem lokalen Werbemarkt aktiv.
In den USA haben im auslaufenden Jahr
383 Print-Magazine die Arbeit eingestellt. Die
Internetanbieter hoffen aufs Reste-Essen: Sie wollen die lokalen Werbekunden gewinnen, die zuvor die Printmedien bevorzugt haben.
Google im Kaufrausch
Yelp hätte somit ins Portfolio von Google gepasst, ist jedoch nicht der einzige Joker des Internetkonzerns auf neuem Werbeland. Erst im November gaben die trendbewussten Kalifornier
den Kauf von AdMob bekannt. Damit zieht Goolge einen US-Technologieanbieter für Online-Werbung auf mobilen Geräten an Land - ein weiterer Boom-Markt, auf den Internetanbieter große Hoffnungen setzen.