Beim
PC-Betriebssystem Windows wird es in Europa mehr Auswahl bei
Internetbrowsern geben. Die EU-Kommission erklärte am Mittwoch in Brüssel Zugeständnisse des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft für rechtsverbindlich und stellte damit ein Wettbewerbsverfahren ein.
Verbraucher können wählen
Bei dem Verfahren drohte ein hohes Bußgeld. Microsoft sicherte zu, dass europäische Windows-Nutzer eine
Auswahl von verschiedenen Internetbrowsern erhalten sollen. Computerhersteller und Verbraucher sollen wählen können - und damit auch die Möglichkeit haben, den Internet Explorer (IE) auszustellen. Browser sind nötig, um im
Internet zu navigieren.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: "Von dieser Entscheidung werden Millionen europäischer Verbraucher Nutzen ziehen, weil sie freie Auswahl bei den Web-Browsern haben. Eine solche Wahlmöglichkeit wird nicht nur die Nutzung des Internets verbessern, sondern auch ein Anreiz sein für Browser-Hersteller, (ihre Produkte) zu erneuern und künftig Kunden bessere Browser anzubieten." Die Wahlmöglichkeiten betreffen Nutzer von Windows XP, Windows Vista und
Windows 7 - die Verpflichtung Microsofts ist auf fünf Jahre begrenzt.
Insgesamt zwölf Browser
Anfang 2010 sollen die PC-Anwender, die den IE einsetzen, in einem Auswahlfenster ("Ballot Screen") nicht nur auf die vier wichtigsten Alternativen Firefox, Safari, Chrome und Opera hingewiesen werden. Insgesamt zwölf Browser, inklusive IE, sollen auf der Basis der Marktanteile in der Europäischen Union aufgelistet werden, teilte am Mittwoch ein Microsoft-Sprecher in Brüssel mit. Diese Top-Liste wird zweimal im Jahr ermittelt. Die Reihenfolge der präsentierten Programme auf dem Bildschirm soll jeweils durch einen Zufallsgenerator entschieden werden.
Das Auswahlfenster soll über die Windows-Update-Funktion auf die Computer kommen und wird auf allen (neuen und älteren) PCs erscheinen, die mit dem IE als vorinstalliertem Standard-Browser ausgeliefert werden. Im Rahmen der EU-Einigung haben außerdem nun alle PC-Hersteller die Möglichkeit, einen beliebigen anderen Browser als Standard-Software zum Betrachten von Webseiten zu installieren.
Weiteres Verfahren läuft
Die Kommission hatte Microsoft in dem Verfahren vorgeworfen, sein marktbeherrschendes Windows-Betriebssystem mit seinen Internet Explorer zu koppeln und damit möglicherweise den freien Wettbewerb zu behindern.
Frühere Strafgelder aus Brüssel gegen Microsoft summieren sich auf rund 1,7 Milliarden Euro. Ein Verfahren, in dem es um die Offenlegung von Schnittstelleninformationen geht, läuft weiter. Die EU-Kommission will neue Zusagen von Microsoft dazu prüfen.