Lokal- und Regionalberichte sowie Archiv-Material kosten im
Internet bei
abendblatt.de künftig Geld. Seit Dienstag stellt der Verlag Axel Springer beim Zugriff auf einen Teil des Internetangebots, das zum "Hamburger Abendblatt" gehört, eine monatliche Abonnement-Gebühr von 7,95 Euro in Rechnung. Gleiches gilt für die "Berliner Morgenpost". Dort werden 4,95 Euro monatlich fällig. Die Abrechnung erfolgt über den Dienstleister
Click & Buy.
Sport, Kultur und Service weiter gratis
Wer die Tageszeitung bereits im Abonnement bezieht, muss allerdings nichts extra bezahlen. Die Gebühr für ein 30-Tage-Abo wird für Neu-Nutzer im Internet fällig. "Wir wagen den Anfang, weil unsere Nachrichten zu wertvoll sind, um sie weiter zu verschenken", schreibt der stellvertretende Chefredakteur Matthias Iken im Blatt und Internet. Weiterhin kostenfrei bleiben Nachrichten und Informationen aus den Bereichen Sport, Kultur und Service.
15 Jahre nach dem Massendurchbruch des World Wide Web regiere dort noch immer ein großzügiges wie groteskes Geschäftsmodell – das "Mutter-Teresa-Prinzip": Alles muss umsonst sein. Inzwischen hätten sich viele Nutzer an kostenlose Web-Angebote gewöhnt und eine echte Freibiermentalität entwickelt.
Zumindest bei der Hamburger Zeitung ist damit ab sofort Schluss. Denn Qualitätsjournalismus sei eben nicht kostenlos, sondern kostenintensiv. Wer Qualitätsjournalismus zum Nulltarif wolle, wolle eben keinen Qualitätsjournalismus. Jede Redaktion stelle etliche Arbeitskräfte für das Sichten, Gewichten, Bebildern und Schreiben von Nachrichten, für das Recherchieren von Geschichten, das Verfassen von Kommentaren, die investigative Reportage. Recherche koste Geld, Reisen, Spesen, Zeit.
Erst vor einigen Tagen hatte
Axel Springer eine kostenpflichtige App für das
iPhone vorgestellt. Sowohl Nachrichten der "Bild"-Zeitung, als auch der "Welt kompakt" sind auf Apples Multimedia-Telefon nur gegen einen montalichen Obulus nutzbar.