Der Präsident der Bundesnetzagentur sieht Deutschland bei der Versorgung mit
Breitbandanschlüssen auf der Überholspur. "60 Prozent der Haushalte nutzen einen Breitbandanschluss", sagte Matthias Kurth am Montag in Bonn.
Deutschland "weit über EU-Durchschnitt"
Deutschland liege damit beim Wachstum vor allen Flächenländern wie etwa Frankreich, England, Spanien oder Italien und weit über dem europäischen Durchschnitt. Nur kleinere Mitgliedsländer wie Luxemburg, die Niederlande oder Dänemark könnten mehr Breitbandanschlüsse pro Person vorweisen, betonte Kurth. Allerdings gingen bereits im Vorjahr hierzulande je nach Quelle zwischen
58 und 65 Prozent der Internetnutzer über einen schnellen Breitbandzugang ins Internet. Somit weisen die Zahlen keine bahnbrechende Veränderung nach.
Ende Juni 2009 wurden in Deutschland 24,1 Millionen Breitbandanschlüsse gezählt, so Kurth. Somit sei der Breitbandmarkt trotz der Krise und der einsetzenden Sättigung der Nachfrage weiterhin gewachsen, wenngleich nicht in dem Maße wie in den Vorjahren. 2007 wurden 4,6 Millionen Neuanschlüsse gezählt. 2008 waren es 1,6 Millionen weniger und 2009 wird mit ähnlichen Zahlen gerechnet. Die überwiegende Technik ist
DSL, sie macht 91 Prozent der Breitbandanschlüsse aus. Steigen wird allerdings die Zahl der Breitbandzugänge über das
TV-Kabel. Grund sei die zügige Netzmodernisierung.
VDSL-Ausbau in über 50 Städten
Bis zum Jahresende rechnet Kurth mit 2,4 Millionen solcher Anschlüsse. Sie ermöglichen "durchgängig sehr hohe Bandbreiten", so die Begründung. Aber auch Ex-Monopolist
Telekom habe kräftig in den Netzausbau investiert. "Der Ausbau von
VDSL in über 50 Städten beweist dies", so der Präsident der Behörde.
Die Wettbewerber der Deutschen Telekom konnten Kurth zufolge bezogen auf sämtliche Breitbandanschlüsse ihre Marktanteile weitgehend stabil halten. Sie liegen seit 2007 bei rund 53 Prozent. Dies könne mit Blick auf den sich langsam sättigenden Markt als Erfolg gewertet werden. Die Erfolge der TV-Kabelanschlussanbieter auf den Breitbandmärkten gingen vor allem zulasten der alternativen
DSL-Anbieter und nicht der Telekom.
Alternative Anbieter könnten zunehmend Komplettpakete anbieten. Dies führe zu einem verstärkten Wettbewerb bei
Telefonanschlüssen. Innerhalb von drei Jahren hätten die Wettbewerber ihren Anteil von 13 Prozent auf mehr als 30 Prozent steigern können.
Mobilfunkmarkt: Wettbewerb lässt Preise sinken
Als bemerkenswert bezeichente Kurth auch den regen Wettbewerb im
Mobilfunk-Markt, der zu sinkenden Preisen geführt habe. Die beiden kleineren Netzbeteiber -
o2 und
E-Plus - bauten ihren Marktanteil von 20 Prozent in 2002 auf über 30 Prozent aus. Somit profitiere der Kunde von einem Markt, in dem keiner der vier Netzbetreiber einen Anteil über 37 Prozent besitzt.