Im September startete
DSL-
Provider 1&1 mit der
Vermarktung von VDSL-Zugängen auf Bitstrom-Basis. Das Paket
DSL-HomeNet 50.000 bietet der Anbieter derzeit 24 Monate lang für 39,99 statt 49,99 Euro an. Der große Ansturm der Kunden auf das in rund 50 Städten verfügbare Highspeed-Produkt bleibt aber noch aus.
Nachfrage nach hohen Bandbreiten wecken
"VDSL rockt noch nicht" fasst 1&1-Vorstandssprecher Robert Hoffmann die derzeitige Situation für sein Unternehmen auf dem
VATM-Glasfasertag in Düsseldorf zusammen. Warum sollte ein Kunde
VDSL bestellen, wenn es noch keine Applikationen für Zugänge mit 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gebe? Erst Dienste wie HD-Videos, die hohe Bandbreite benötigten, würden die Nachfrage nach solchen Produkten antreiben. Hoffmann sieht den Trend aber klar in Richtung höherer Bandbreitennutzung, Unternehmen wie Microsoft setzten etwa verstärkt auf Cloud-Computing. Die Provider müssten aber auch selbst für entsprechende Inhalte und Dienste sorgen.
Kein eigener Netzausbau
1&1 investiere nicht direkt in die Netzinfrastruktur, gebe aber jährlich rund 750 Millionen Euro für Netzvorleistungen aus. Der Internetkonzern aus Montabaur verstehe sich eher als Dienste-Spezialist für seine aktuell rund 3,4 Millionen DSL-Kunden denn als Netzwerkbauer. 1&1 sei bereit sich finanziell am Breitbandausbau zu beteiligen, setze aber auf die Infrastrukturkompetenz von Partnern wie Telefónica oder QSC.
Staat soll Finanzierungsrisiko beim Breitbandausbau absichern
Hoffmann, gleichzeitig auch Präsidiumsmitglied des VATM, einem Verband von Telekom-Wettbewerbern, sieht Breitband als Grundbedarf aller Menschen wie Strom oder Wasser an. Um rentabel zu sein, müssten Glasfasernetze aber "mit vielen Kunden bespielt werden". Nach Schätzungen würde ein deutschlandweiter Glasfaserausbau rund 50-60 Milliarden Euro kosten. Der Staat sei gefordert etwa durch Bürgschaftsprogramme bei dem Finanzierungsrisiko zu helfen. Niemand erwarte, dass der Staat selber Glasfasernetze bauen solle.
Standards für Open Access erforderlich
Den neuen Ansatz
Open Access sieht Hoffmann als Marktmodell, das keine Regulierung erfordere. Technische und kaufmännische Spielregeln sollten auf freiwilliger Basis erfolgen. Es dürfe allerdings nicht dazu kommen, dass etwa die
Deutsche Telekom als Marktführer oder
Kabelnetzbetreiber den Markt durch Beteiligung an Open-Access Projekten abschotteten. Wichtig sei es nun Standards für
Open Access zu definieren und Anreize für Investitionen zu schaffen.