Die Bertelsmann-Tochter arvato aus Gütersloh arbeitet ab sofort mit dem weltweit aktiven Internet-Auktionshaus
eBay zusammen. Die Kooperation soll den im Sommer für Markenhersteller geschaffenen
Vertriebskanal der "Markenshops" weiter stärken. Der Verkaufsdienstleister arvato services wird interessierte Produzenten dabei unterstützen, einen eigenen Markenshop auf eBay einzurichten und zu betreiben.
Mehr Service für den Umsatz
Das Unternehmen übernimmt alle Dienstleistungen, die für eine Einrichtung und den Betrieb von eBay-Markenshops besonders bedeutsam sind - von der Angebotsgestaltung über den Verkauf bis hin zur Warenlogistik, Kundenbetreuung und Abrechnung. "Wir bringen Marken und Hersteller auf den größten Marktplatz im Internet – eBay. Dabei übernehmen wir als Dienstleister alle Endkundenprozesse rund um Kommunikation, Waren- und Geldflüsse, die in der Offline-Welt Händler für Hersteller und Marken erbringen", sagte der Geschäftsführer von arvato services, Mario Schwegler. Mit dem Schritt versucht eBay vor allem, weitere Unternehmen für ein eigenes Verkaufsfenster auf der
schwächelnden Plattform zu begeistern.
Dementsprechend hoffnungsvoll wird die Kooperation mit arvato bewertet. "Für Markenhersteller war es nie einfacher und effektiver möglich, eBay als Vertriebskanal zu nutzen. Verkaufsdienstleister sind ein wesentlicher Bestandteil beim Aufbau, Betreiben und der Weiterentwicklung der eBay Markenshops", sagte Stephan Zoll, Geschäftsführer von eBay Deutschland. Die Kooperation mit arvato services hole einen weiteren starken Partner mit langjähriger internationaler Expertise ins Boot, so Zoll.
35 Unternehmen unterhalten bereits einen eigenen Markenshop auf eBay. Screenshot: onlinekosten.de
Das alte eBay ist tot - der Trödelmarkt geschlossen
Das einst so vielfältige Auktionshaus setzt damit offenbar immer stärker auf die Anziehungskraft
professioneller Händler, um gegen die starke
Konkurrenz von Amazon und Co. zu bestehen. Die eigene Bilanz bleibt auch nach dem
Job-Kahlschlag weiter sanierungsbedürftig. Private Verkäufer fühlen sich in diesem Prozess zunehmend vernachlässigt und benachteiligt. Sie kehren der Plattform, die sich immer deutlicher den Großhändlern zuwendet, mittlerweile immer häufiger den Rücken und machen ihrem Unmut Luft. So sorgte zuletzt die Ankündigung neuer Versandkostenregeln für einigen Aufruhr in der eBay-Gemeinschaft. Demnach dürfen
Bücher, CDs, DVDs sowie PC- und Videospiele nur noch lieferkostenfrei abgegeben werden.
Zwar schlagen findige Händler die Versandsumme nach Ende der Auktion auch entgegen den gültigen eBay-Richtlinien weiterhin auf den Endpreis auf, jedoch lohnt sich das Anbieten überflüssigen Hausrats gerade für Kleinstverkäufer immer weniger – ein Grund, der wohl für die verblassende Anziehungskraft des einstigen Erfolgsmodells
eBay mitverantwortlich ist. Die vergleichsweise hohen Gebühren und Verkaufsprovisionen tun ihr Übriges. Aus Sicht vieler langjähriger Mitglieder hat das Auktionshaus sein Image als Trödelmarkt für Dachbodenfunde daher schon lange verloren. Sie weichen - trotz geringerer Reichweite ihrer Angebote - auf eine der zahlreichen
eBay-Alternativen aus.