Mitte November bestätigte die
Telekom-Tochter T-Systems den Abschluss eines Rahmenvertrages mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums über die Lieferung von tausenden
Sicherheitshandys für die Bundesregierung. Rund 350 Organisationen des Bundes sollen sukzessive spezielle Smartphones für den Dienstgebrauch erhalten, die Verschlüsselungstechniken beherrschen und als abhörsicher gelten. Nun hat T-Systems weitere Details zu dem lukrativen Großauftrag bekanntgegeben.
SiMKo 2 sorgt für Sicherheit
Zur Anwendung kommt demnach die Sicherheitslösung "Sichere mobile Kommunikation" – kurz
SiMKo 2. Das Konzept umfasst verschiedene Maßnahmen, die sowohl Hardware und Software als auch den Betrieb ausgelieferter Geräte vor Angriffen schützen sollen. Genutzt werden dabei ausschließlich Smartphones des Herstellers HTC mit Windows Mobile, die in Zusammenarbeit mit der IT-Sicherheitsfirma Certgate und dem VPN-Hersteller NCP auf den SiMKo 2-Standard umgerüstet werden und grundsätzlich verschlüsselt arbeiten. Dies umfasst den Zugang zur genutzten Infrastruktur und alle übertragenen Informationen sowie das Betriebssystem und die auf den Geräten gespeicherte Daten gleichermaßen. So soll auch ein Verlust der SiMKo 2-Smartphones folgenlos bleiben. SiMKo 2 arbeitet zudem mit bestimmten Zertifikaten, die auf einer geprüften Verschlüsselungskarte der Firma Certgate im Gerät gespeichert werden. Alle sicherheitsrelevanten Aktionen wie Zugang, Schlüsselerzeugung, Ver- und Entschlüsselung funktionieren ausschließlich mit dieser Karte - nur wer in ihrem Besitz ist und die PIN-Nummer kennt, kann Daten empfangen und entschlüsseln.
Geeignet für Geheimhaltungsgrad VS-NfD
Die Codierung erfolgt mit einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geforderten Schlüssellänge. Das BSI hat den abgeschirmten Smartphones daher die "spezifische Einsatzempfehlung für den Geheimhaltungsgrad VS-NfD" (Verschlusssachen nur für den Dienstgebrauch) ausgesprochen. Die Geräte bauen ohne Umwege über Fremdserver eine direkte Verbindung zu einem Behörden- oder Unternehmensnetz auf. Jede Verbindung ist über einen VPN-Tunnel gesichert. Sie erfüllen somit offiziell die Anforderungen sicherheitskritischer Dienststellen der Bundesregierung und von vielen Industrieunternehmen.
Mit der Einführung begonnen wurde bereits in 13 Behörden, darunter überwiegend Bundesministerien. Fünf von ihnen haben laut T-Systems bereits die konzeptionellen Vorarbeiten durchlaufen und stehen kurz vor dem Einsatz der neuen Geräte. Zur Auswahl stehen derzeit die Modelle
HTC Touch Pro und
HTC Touch HD. In Kürze sollen auch das HTC Touch Pro 2 und das
HTC Snap verfügbar sein. Die Smartphones sind vor allem als hochsichere mobile Verlängerung des Büroarbeitplatzes gedacht und sollen den Zugriff auf Kalender, E-Mails, Kontakte oder Aufgaben von überall ermöglichen. Darüber hinaus erlauben sie in jeder Situation einen sicheren Zugang zum Web und die Nutzung klassischer Officeprogramme. Sicherheitskritische Funktionen wie die Kamera sind laut T-Systems hingegen nicht installiert - Schnittstellen wie Bluetooth, GPS oder
WLAN deaktiviert.