Donnerstag, 10.12.2009 15:31

Kurth: Keine Regulierung für Glasfaser-Zugänge

aus dem Bereich Breitband
Es gelte in Europa auch die Kosten für die unterirdische Verlegung der Glasfaserkabel zu reduzieren. Dies könne durch die Mitnutzung von Leerrohren oder von ohnehin notwendigen Grabearbeiten sowie durch Verlegung in bestehenden Kanälen erfolgen. Matthias Kurth wies darauf hin, dass der kürzlich veröffentlichte zentrale Infrastrukturatlas bereits alle jeweils vor Ort vorhandenen Infrastrukturen erfasst habe. Künftig werde es auch ein zentrales Baustellenkataster geben. "Der Glasfaserausbau muss beschleunigt werden", so Kurth. Öffentliches Geld dürfe es aber nur zur Förderung geben, wenn der Wettbewerb dadurch nicht beeinträchtigt werde. Eine gezielte Unterstützung müsse technologieneutral sein.

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Warnung vor zu großer Euphorie: Kunden müssen mitziehen

Wichtig sei der Mehrwert für die Kunden: Es müsse gefragt werden, ob diese jetzt schon Internetzugänge mit 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) benötigten. Norwegen sei beispielsweise fast komplett mit Glasfaser ausgebaut, es werde dort bislang jedoch kaum genutzt. Kurth warnt daher auch vor zu großer Euphorie beim Glasfaserausbau. Die Kunden müssten bereit sein für mehr Bandbreite auch mehr zu bezahlen. Weltweit gebe es unterschiedliche gestalterische Ansätze der Politik. Hartwig Tauber führt hier etwa Südkorea an, das ein Gigabit für alle als Ziel ausgerufen habe. Großbritannien dagegen setze hier lediglich auf bescheidene zwei Mbit/s für die breite Masse.

Open Access als Zukunftsmodell?

In Düsseldorf kam auch der Ansatz Open Access zur Sprache: In der Regel baut eine Kommune in Eigenregie Infrastrukturen aus und ermöglicht Providern dann den Zugang. Die Bundesnetzagentur berät derzeit über ein Eckpunktepapier, das verschiedene Stufen von Open Access klassifizieren soll. Es gebe "kein einheitliches Open Access für alle". Offene Schnittstellen und Standards sollten laut Kurth allerdings definiert werden, damit Dienste auch über Netzwerkgrenzen funktionierten. Wenn eine Kommune ihr Netz allen Anbietern öffne, sei keine Regulierung nötig. Das Kartellamt prüfe derzeit einige entsprechende Projekte.
Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von Mydgard am 11.12.2009 um 05:17 Uhr
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