Der Traffic im
Internet nimmt zu, höhere Bandbreiten werden verstärkt nachgefragt. Als technische Lösung bietet sich der Einsatz von Glasfaser an. Auf dem Glasfasertag des VATM, des Verbandes der
Telekom-Wettbewerber, in Düsseldorf sprach sich VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner dafür aus, das Thema "Glas" in den Köpfen weiter voranzutreiben. Jedes Unternehmen habe derzeit noch eigene Glasfaserausbaustrategien, der VATM wolle aber marktgängige Konzepte erreichen.
Regulierung für Glasfaser derzeit nicht erforderlich
Laut Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, sei es an den Unternehmen, solche neuen Konzepte zu entwickeln. Neue Dienstleistungen erforderten neue Infrastrukturen, dafür brauche es keine staatliche, zentrale Planung. "Eine zu frühe Regulierung kann kontraproduktiv sein", so Kurth. Denkbar seien auch Partnerschaften mehrerer Unternehmen. Die Bundesnetzagentur werde nur aktiv, wenn Unternehmen sich nicht einigen könnten. Am Anfang dieser Woche hatte die Bundesnetzagentur erste
Bedingungen für den VDSL-Zugang der Wettbewerber zum Telekom-Glasfasernetz festgelegt. Damit hätte der Regulierer ein klares Signal mit einem verbindlichen Investitionsrahmen gesetzt. Die konkrete Preisfestlegung komme später hinzu, die Entgeltfrage spiele jedoch eine entscheidende Rolle. Die bisherige Praxis der Regulierung habe bislang gut funktioniert.
Asien und USA sind Deutschland voraus
Auf europäischer Ebene sei der Beitrag der EU zum Glasfaserausbau sehr beschränkt, so Roland Honekamp, Leiter der Sektion Economic Regulation der EU-Kommission. VDSL entwickele sich zu einer dominanten Technologie in Europa, es sei aber schwierig einen Ansatz zu entwickeln, der für alle Mitgliedsländer gelten solle. Hartwig Tauber, Generaldirektor des FTTH Council Europe, führte den Rückstand Europas beim Glasfaserausbau an. In den USA, aber vor allem in Asien, sei der Ausbau - teils auch subventioniert - schon erheblich weiter fortgeschritten.