Die Geduld der Gläubiger ist am Ende: Nachdem in der vergangenen Woche bereits Gerüchte über ein Scheitern der Verhandlungen über eine weitere
Kreditstundung für Tele Columbus die Runde machten, haben die Banken nun die Macht beim ebenfalls hoch verschuldeten Mutterkonzern Orion Cable/Escaline übernommen.
Insolvenz verhindert
Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge, haben 17 wichtige Kreditgeber ihre Darlehen fällig gestellt. Und da sich die Gläubiger Pfandrechte an Orion Cable gesichert hätten, soll eine Versteigerung bereits beauftragt sein. Dadurch soll eine drohende Insolvenz von
Tele Columbus vermieden und das Kaufinteresse an dem Unternehmen mit rund zwei Millionen Kabelanschlüssen geweckt werden. Deshalb hätten die Banken auch versichert, die fälligen Darlehen zumindest bei Orion Cable und Tele Columbus zunächst nicht zurückzufordern.
Die Zerschlagung des drittgrößten Kabelnetzbetreibers in Deutschland mit rund drei Millionen Kunden, zu dem auch der börsennotierte Anbieter
Primacom zählt, sei nun wohl nicht mehr aufzuhalten. Mit der Versteigerung hätten Banken und Finanzgesellschaften laut "FTD" einen Weg gefunden, den ungeliebten Anteilseigner Scott Lanphere und die von ihm kontrollierte Luxemburger Dachholding Escaline zu entmachten. Die Kreditgeber könnten nun über die Auktion selbst Eigentümer an Orion Cable werden. Ein langwieriges Konkursverfahren sei verhindert worden und das operative Geschäft von Tele Columbus nicht gefährdet. Von beiden Unternehmen gebe es keine Stellungnahme zu den Vorgängen.
Neues Kaufinteresse
Erst im November war ein Verkauf von Tele Columbus wegen mangelndem Käuferinteresse und wohl auch auf Betreiben von Escaline gescheitert. Der jetzige Vorstoß der Banken könnte allerdings wieder neues Interesse bei anderen Kabelnetzbetreibern wir
Kabel Deutschland und
Unitymedia oder Telekomkonzernen wie
Vodafone wecken.