Dieser Schritt hat Vorbildwirkung: In Großbritannien wird der richtige Umgang mit dem Internet ab 2011 zum Schul-Pflichtfach, das berichtet die BBC. Britische Schüler sollen im Unterricht lernen, was sich ihre Eltern mitunter mühsam selbst erarbeiten müssen: die Medienkompetenz im weltweiten Web. Denn das
Internet hat die Gesellschaft innerhalb einer Generation massiv verändert und die Kommunikationsabläufe revolutioniert. Zwar war der Zugang zu Informationen und Wissen nie zuvor in der Geschichte so einfach. Viele Erwachsene stehen den unbegrenzten Möglichkeiten im Netz aber selbst eher hilflos gegenüber, während ihre Kinder mit Selbstverständlichkeit auf das junge Medium zugreifen und dabei ungefiltert auf die Facetten und Abgründe moderner Gesellschaften stoßen.
Im Netz ist (fast) alles möglich
Das Web ist im positiven wie im negativen Sinne
das Medium der Demokratie. Es ermöglicht praktisch Jedem die unbeschränkte Teilnahme am Meinungsbildungs- und Publikationsprozess. Selbst
in Diktaturen lässt sich dies nur schwer kontrollieren und bildet einen - wenn auch oft nur schwachen - Gegenpol zu staatlich gelenkten Medien. Die
wochenlangen Proteste im Iran haben das zuletzt eindrucksvoll verdeutlicht. Tagtäglich zeigen sich allerdings ebenfalls die unschönen Seiten der weltweiten Vernetzung. Besonders für Kinder und Jugendliche ist die Offenheit und Grenzenlosigkeit des Webs oft problematisch. Sie erhalten Zugang zu allerlei Inhalten, die sie selbst nicht einordnen können, die einer sachgerechten Kommentierung bedürften oder gar erst im Erwachsenenalter zugänglich sein sollten.
Generation Internet: "Ich bin elf Jahre alt und derjenige, der den Virenschutz zuhause aktualisiert."
Auszug: UK Council on Child Internet Safety, Strategie-Report "Click Clever Click Safe", S. 5.
Kein Problembewusstsein bei Kindern und Jugendlichen
Auch sind gerade vielen jungen Surfern die Mechanismen des Netzes und die damit verbundenen Datenschutzprobleme und Informationsreichweiten nicht bewusst. Sie laden unbedarft private Bilder in
soziale Netzwerke, geben in Chaträumen ihre Kontaktdaten preis oder berichten ausführlich über intime Details ihres Lebens. So verwundert es nicht, welche extremen Auswüchse die Anarchie im Netz produzieren kann. Plötzlich gehören
Porno- und Gewaltvideos aus dem Internet zum Schul-Alltag,
Schüler werden mit Nacktfotos erpresst oder sind
süchtig nach Onlinespielen. Auch das Mobbing über soziale Netzwerke hat bereits
dramatische Ausmaße angenommen und bis zum
Selbstmord Betroffener geführt.
Weitere Gefahren kommen hinzu: Pädophile, die sich
in Chats als Gleichaltrige ausgeben und das Vertrauen von Kindern erschleichen,
Neonazi-Websites oder
Datenklau. Betroffene Eltern bleiben dabei allzu häufig mit den Problemen ihrer Kinder allein und sind völlig überfordert. Dabei wird Medienkompetenz schon im frühen Alter immer wichtiger:
Bereits 71 Prozent der sieben- bis zehnjährigen Kinder surfen regelmäßig zuhause im Internet.
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