Die Universität Hannover untersucht den Handel mit Kinderpornografie im
Internet. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums ist es die bundesweit erste Studie, die klären soll,
woher das kinderpornografische Material stammt und wie es verbreitet wird. Zur Computermesse CeBIT im Frühjahr sollen die ersten Zwischenergebnisse vorliegen, kündigte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover an. Das von ihm initiierte
Bündnis gegen Kinderpornografie mit dem Namen "White IT" hat die Untersuchung in Auftrag gegeben.
Hintergründe aufdecken
Das umstrittene
Gesetz für Internet-Sperren gegen Kinderpornografie - eine Initiative der früheren
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) - liegt unterdessen auf Eis. Bundespräsident Horst Köhler hatte
das Gesetz nicht unterschrieben und damit vorerst gestoppt. Auch die schwarz- gelbe Bundesregierung hatte
sich darauf verständigt, die Bestimmungen nicht anzuwenden. Das Gesetz ist nach Meinung von Experten
möglicherweise verfassungswidrig. Es sieht vor,
Internetseiten mit Kinderpornografie zu löschen und nicht nur zu sperren.
Das Bündnis "White IT" besteht aus Unternehmen, Institutionen, Verbänden, Vereinen und Stiftungen.
Screenshot: onlinekosten.de
Die neue Studie der Kriminalwissenschaftler aus Hannover kostet laut Innenministerium rund 40.000 Euro. Finanziert wird sie vom Branchenverband BITKOM und Unternehmen, die dem Bündnis "White IT" angehören. Grundlage der Untersuchung seien Akten von Polizei und Staatsanwaltschaften, teilte das Innenministerium mit. Das Institut der Leibniz Universität Hannover arbeitet mit 16 Landeskriminalämtern, dem Bundeskriminalamt und der europäischen Polizeibehörde Europol zusammen. Die Studie soll vor allem die kommerziellen Hintergründe der Verbreitung von Kinderpornos unter die Lupe nehmen.