In einem offenen Brief auf dem Facebook-Blog hat sich Gründer Marc Zuckerberg bei den Nutzern des
sozialen Netzwerks für die letzten Jahre bedankt. Über 350 Millionen Menschen seien mittlerweile weltweit bei
Facebook aktiv, so Zuckerberg. Die starke Verbreitung in verschiedenen Regionen, Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und Kulturen mache aber neue Privatsphäre-Einstellungen notwendig, die in den nächsten Wochen eingeführt werden sollen. Erst im November hatte
Facebook auch seine Datenschutzregeln überarbeitet.
Regionale Netzwerke im Visier
Die bisherigen Datenschutz-Optionen orientieren sich an der Netzwerkstruktur des Portals - so gibt es etwa Gemeinschaften für Schule, Firma oder Region, für die eigenen Privatsphäre-Regeln festgelegt werden können. "Das war sinnvoll als Facebook hauptsächlich von Studenten verwendet wurde, weil sich Studenten gerne mit ihren Kommilitonen austauschen", schrieb Zuckerberg. Seit allerdings auch Regionen als Netzwerke registrierbar sind, stieg die Anzahl der Nutzer in bestimmten Zusammenschlüssen rasant an. Mittlerweile seien fast 50 Prozent aller Nutzer in regionalen Netzwerken organisiert, so Zuckerberg. Um auch diesen Mitgliedern mehr Kontrolle über ihre Daten zu verschaffen, werden die regionalen Netzwerke wieder abgeschafft. "Heute gibt es sogar Netzwerke für ganze Länder wie Indien oder China. Aufgrund des Wachstums von Facebook haben einige dieser regionalen Netzwerke jetzt Millionen von Mitgliedern. Daher haben wir beschlossen, dass ihr eure Privatsphäre auf diesem Weg nicht mehr ausreichend kontrollieren könnt", begründete der Facebook-Chef die Entscheidung.
Facebook-Gründer Marc Zuckerberg bedankte sich bei allen Nutzern und kündigte Verbesserungen in den Privatsphäre-Einstellungen an. Screenshot: onlinekosten.de
Einzel-Kontrolle der Zugriffsrechte notwendig
Um die Privatsphäre aller Nutzer zukünftig besser zu schützen, werde zudem ein neues Konzept verfolgt. So können persönliche Daten zukünftig individuell stufenweise entweder nur für "Freunde", "Freunde der Freunde" oder "Alle" freigegeben werden - ein Mechanismus, der auf den Portalen der VZ-Gruppe bereits seit längerem bekannt ist. Darüber hinaus wird es möglich sein, die Zugriffsrechte für alle Nutzer-Inhalte einzeln zu kontrollieren - etwa für Posts oder hochgeladene Dateien. Um diesen Prozess möglichst anwenderfreundlich zu gestalten, soll die Konfiguration der Privatsphäre-Optionen vereinfacht und sinnvoller gruppiert werden. Nach der Umstellung erhalte jeder Facebook-Nutzer Informationen zur weiteren Vorgehensweise. "Ihr werdet eine Nachricht erhalten, welche die Änderungen näher erläutert und euch auf eine Seite weiterleitet, auf der ihr eure Einstellungen anpassen könnt", teilte Zuckerberg mit.
Mit den
angekündigten Maßnahmen reagiert Facebook auch auf Kritiker, die wiederholt eine bessere Kontrolle der eigenen Daten auf der Plattform angemahnt hatten. In einer spektakulären Aktion kaperten zuletzt Mitte November
schwedische Hacker hunderte Facebook-Gruppen, um auf die schwachen Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des sozialen Netzwerks aufmerksam zu machen. Auch in den VZ-Netzwerken wurden die
Sicherheitsvorkehrungen kürzlich mehrfach erhöht, nachdem es einem 20-Jährigen mittels eines Programms gelungen war,
massenhaft private Daten aus dem Netzwerk "SchülerVZ" zu kopieren.