Mit der aktuellen Situation von Bloggern und
Forum-Betreibern befasst sich die
Social-Media-Studie 2009, die an der Fachhochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Fank durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Online-Befragung sollen für mehr Transparenz und Klarheit in der Öffentlichkeit sorgen. Denn in Foren und Blogs wächst der Druck, klar und eindeutig kenntlich zu machen, wann es sich um Werbung, persönliche Meinung oder objektive Tatbestände handelt.
Bezahlte Beiträge Ausnahmen
Die Studie zeige unter anderem, dass auf Blogs verfasste Beiträge zu über 80 Prozent von den Betreibern selber erstellt werden. Bezahlte Beiträge gebe es zwar, seien aber derzeit eher die Ausnahme. Zudem sollten diese
bezahlten Beiträge auch eindeutig als solche gekennzeichnet werden, finden 90 Prozent der befragten Blogger. Die Mehrzahl von ihnen ist zudem der Meinung, dass die Unabhängigkeit eines Blogs durch die Vergütung von Beiträgen leide.
Aufgrund der eher dürftigen Werbeeinnahmen, könnte mit Einkünften durch bezahlte Beiträge die Quote der hauptberuflich betriebenen Blogs gesteigert werden. Bislang sind Werbebanner als Einnahmequelle am stärksten verbreitet. Knapp 58 Prozent der Studienteilnehmer halten es daher nicht für möglich, mit einem Forum oder Blog seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Eher schlechtes Ansehen
Verdeckte, durch Unternehmen erstellte Beiträge oder Manipulationsversuche erfolgen laut der Studie eher selten. Unternehmen, oder von Unternehmen beauftragten Agenturen, gelinge es zudem nach Ansicht der Befragten nicht, sich in der Wortwahl dem Jargon der User anzupassen. Die Texte wirkten häufig zu kommerziell und die Selbstdarstellungen der Unternehmen seien zu positiv.
Die Überprüfung neuer Mitglieder in Foren oder der Personen, die auf einem Blog einen Kommentar hinterlassen, seien der Studie zufolge noch sehr schlecht gelöst. Mehr als die Hälfte der befragten Forenbetreiber überprüfe neue Mitglieder nicht. Dies sei zwar mit Aufwand verbunden, würde aber für mehr Transparenz im
Internet sorgen. Zahlreiche Studienteilnehmer sind zudem der Meinung, dass Foren und Blogs in Deutschland ein eher schlechtes Ansehen genießen. Dies führen sie mehrheitlich auf das schlechte Image bei Journalisten und Journalistenverbänden zurück.
Für die Social-Media-Studie wurde im Sommer 2009 eine Online-Befragung von fast 350 Bloggern und Foren-Betreibern durchgeführt.