Samstag, 21.11.2009 08:31

Hitzige Diskussion um Piraterie-Bekämpfung

aus dem Bereich Sonstiges
Die Missachtung des Urheberrechtes ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein vielfach diskutiertes Problem. In Berlin trafen sich Anfang November knapp 130 Teilnehmer zum dritten Branchenforum "Prävention und Aufklärung". Eingeladen hatten die Anti-Piraterie-Verbände GVU, SAFE und VAP aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Sie sind landesübergreifend im sogenannten DACH-Forum zusammengeschlossen. An den lebhaften Debatten beteiligten sich unter anderem Vertreter aus der Film-, Games-, Musik- und IT-Wirtschaft.

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Ausweichen auf Streaming

Eine Erkenntnis: Die Nutzung von Peer-to-Peer-Technologien (P2P) nehme weiter zu. Illegale Downloads würden aber inzwischen weniger über Tauschbörsen, sondern verstärkt über Anwendungen wie Direct Downloads oder Streaming durchgeführt. Tauschbörsen-Nutzer fürchteten laut GVU-Vorstandsvorsitzenden Christian Sommer in zunehmendem Maße zivilrechtliche Konsequenzen etwa in Form von Abmahnungen. Daher solle mit dem gleichen Verfolgungsdruck auch gegen Direct Downloads und Streaming vorgegangen werden.

Gratiskultur im Web: Mehrheit nutzt illegale Downloads

Bei der Bit-Torrent-Technologie gehe der Trend zur Nutzung von dezentralen Netzwerken. Illegale Streams würden verstärkt über kleinere Hosting-Provider angeboten. Sommer forderte von den Rechteinhabern den Antipiraterie-Organisationen entsprechende Vollmachten auszustellen, damit diese Urheberrechtsverletzungen gezielt verfolgen könnten. Auch technische Maßnahmen müssten ergriffen werden. Solche Lösungen zur Eindämmung von illegalen Downloads wurden in Berlin von zwölf Ausstellern präsentiert.


Die GVU bekämpft die Verbreitung von illegalen Kopien.
Screenshot: onlinekosten.de
Die "digitale Mentalität" der Internetnutzer zeige laut Hergen Wöbken vom Institut für Strategieentwicklung bislang wenig Unrechtsbewusstsein. Das Internet präsentiere eine Art Gratiskultur. In einer Studie, bei dem 1.056 Internetnutzer befragt worden waren, gaben fast 80 Prozent an illegale Musikkopien zu besitzen. Rund 57 Prozent waren im Besitz von illegal heruntergeladenen Filmen. Knapp 46 Prozent hatten sich urheberrechtlich geschützte Software, rund 36 Prozent Games aus dem Netz beschafft. Die Befragten störe es dennoch als Raubkopierer bezeichnet zu werden. Angst vor Sanktionen hätten nur wenige. Eine andere, Ende Oktober veröffentliche Studie, hatte ergeben, dass 40 Prozent aller binnen eines Jahres angelaufenen Kinofilme illegal im Internet zu haben sind.

Internetprovider sollen Webseiten sperren

Teilnehmer des Branchenforums forderten mehr Kooperationsbereitschaft der Internetanbieter ein. Gefordert wurde unter anderem auch die Zugangssperrung zu Seiten wie kino.to. Oliver Süme vom eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft sieht dagegen für Sperrungen derzeit jedoch keine rechtlichen Möglichkeiten. Solange der Gesetzgeber die Provider nicht dazu zwinge, werde es auch keine solche Sperrungen geben. Gegen Internetpiraterie sollten stattdessen Polizei und Justiz vorgehen. GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy forderte die Provider auf zumindest die Internetsurfer nach einem illegalen Download per E-Mail auf die Urheberrechtsverletzung hinzuweisen.
Jörg Schamberg
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 Per Email informieren/ verwarnen...wie?? (12 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Jens am 22.11.2009 um 11:55 Uhr
 Raubkopien und Drogen gehören legalisiert ! (3 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von ahbrv am 22.11.2009 um 01:28 Uhr
 Wie immer gleich nach Internetsperren geschrieen wird ist sagenhaft... (1 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Sonixx am 22.11.2009 um 00:56 Uhr
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