Die
Deutsche Telekom erwartet von der Zusammenlegung von
Mobilfunk und Festnetz in Deutschland mittelfristig einen hohen Gewinnbeitrag. Insgesamt beliefen sich die Ergebniseffekte auf 600 Millionen Euro jährlich, hieß es am Donnerstag zur außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover.
Abstimmung der Aktionäre
Die Aktionäre des Bonner Konzerns sollen dort über die Zusammenlegung von Mobilfunk und Festnetz abstimmen. Formal soll das Festnetzgeschäft aus der Telekom AG ausgegliedert und auf die T-Mobile Deutschland GmbH verschmolzen werden.
Der Konzern reagiere mit der Integration von Mobilfunk und Festnetz auf die Herausforderungen der Branche, betonte Telekom-Chef René Obermann. Die Telekomunternehmen kämpfen vor allem im klassischen Sprachgeschäft mit sinkenden Umsätzen.
Von der Zusammenlegung von Festnetz und Mobilfunk erhofft sich die Telekom eine bessere Kundenbindung und höhere Umsätze. Die Bonner folgen mit der Verschmelzung dem Beispiel anderer europäischer Konzerne wie France Télécom oder Swisscom. Auch
Vodafone tritt nach der
Fusion mit Arcor als einheitlicher Konzern auf.
Aktionärsvertreter signalisierten in der Tui Arena ihre Zustimmung und begrüßten den Schritt als "grundsätzlich richtig" aber längst überfällig. "Zeigen Sie mal das Potenzial der Telekom, damit der Kurs auch steigt!", forderte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Viel Freude hatten die Aktionäre der einst als Volksaktie gefeierten Titel in den vergangenen Jahren nicht: Die Titel dümpeln schon lange unter ihrem Ausgabepreis beim Börsengang Ende der 90er Jahre.
Hayo Lücke
/ dpa