Donnerstag, 19.11.2009 11:51

Infineon macht Gewinn - Licht am Ende des Tunnels

aus dem Bereich Computer
Der Halbleiterkonzern Infineon hat dank massiver Kosteneinsparungen und einer Erholung der Nachfrage erstmals seit fast drei Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte, fiel in dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal ein Überschuss von 14 Millionen Euro an. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2008/2009 rettete das solide Schlussquartal zwar nicht, Vorstandschef Peter Bauer gab sich für die kommenden Monate aber wieder optimistischer. An der Börse wurden die Nachrichten am Morgen gut aufgenommen. Die Infineon-Aktie legte am Morgen um gut 1,7 Prozent auf 3,52 Euro zu.

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Umsatz eingebrochen

Im Gesamtjahr brach der Umsatz allerdings von 3,9 auf 3,0 Milliarden Euro ein. Das Betriebsergebnis verschlechterte sich von minus 46 Millionen Euro auf einen Verlust von 220 Millionen Euro. Zumindest unter dem Strich sah das Ergebnis aber besser aus, da im Vorjahr die defizitäre Speicherchiptochter Qimonda den Mutterkonzern fast mit in den Abgrund gerissen hätte. Nach einem Netto-Verlust von mehr als 3,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr kam Infineon 2008/2009 auf einen Verlust von 671 Millionen Euro. Qimonda ist mittlerweile pleite und steckt in der Liquidation.

Infineon-Chef Peter Bauer zog die Notbremse und verordnete dem Konzern ein hartes Sparprogramm, dem im vergangenen Jahr rund 3.500 Stellen zum Opfer fielen. Außerdem schaffte es der Vorstand, neue Aktien am Markt zu platzieren und löste so seine Geldsorgen. Die Kapitalerhöhung spülte rund 725 Millionen Euro in die Kasse, der Verkauf der Sparte für drahtgebundene Kommunikationschips brachte nochmals 243 Millionen Euro. Infineon ist damit nicht nur schuldenfrei, sondern hat nun auch wieder rund 650 Millionen Euro in der Kasse.

Vorsichtiger Optimismus

Für die kommenden Monate gab sich Bauer am Donnerstag vorsichtig optimistisch. Vorausgesetzt, die Weltwirtschaft erholt sich weiter, rechnet Infineon 2009/2010 mit einem Umsatzplus von mindestens zehn Prozent. Besonders das Geschäft mit Autochips dürfte sich erholen und auch auf das Geschäft mit Chips für Handys setzt der Konzern Hoffnungen. Das operative Ergebnis soll deutlich steigen.

Allerdings macht Infineon seinen Ausblick vom Verkauf seiner französischen Fertigungsstätte Altis abhängig. Die hatte der Konzern bislang vergeblich versucht loszuschlagen. Schon im dritten Quartal hatte das Gemeinschaftsunternehmen für Abschreibungen gesorgt. Sollte der Verkauf misslingen, stellt sich Infineon im schlimmsten Fall auf neue Belastungen ein.
Hayo Lücke / dpa
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