Ein immer größerer Teil des Lebens spielt sich online ab - und auch der Tod wird digital. Millionen Menschen haben sich in
sozialen Netzwerken wie StudiVZ ein Profil angelegt, Fotos hochgeladen, Nachrichten geschickt und digitale Freundschaften geschlossen. E-Mail-Konten und der Online-Bankverkehr sind mit Passwörtern gesichert, die oft nur der Gestorbene kannte. Im Todesfall müssen sich die Hinterbliebenen also auch um diesen digitalen Nachlass kümmern.
Verstorbene hinterlassen Spuren im Internet
"In Zukunft wird es - so wie es Karteileichen gibt - immer mehr Internetleichen geben", sagt die Theologin Birgit Janetzky, die Bestattern Seminare zum Thema Tod und
Internet anbietet. Heute gehören die meisten Internet-Nutzer noch zur jüngeren Generation. In Zukunft werden aber unter den etwa 850.000 Menschen, die pro Jahr in Deutschland sterben, immer mehr Internetnutzer sein, die ihre Spuren auch online hinterlassen haben. "In zehn Jahren wird es dann richtig akut", sagt Janetzky.
"Als ein Bekannter von mir Selbstmord beging, hatte niemand Zugriff auf seine
Homepage. Das war ein Problem", sagt sie. Gerade im Bestattungswesen kenne sich mit der Problematik aber kaum jemand aus - viele Angehörige wüssten nicht, was sie machen sollen. Viele hätten dann Angst vor Missbrauch der verwaisten Profile, Homepages und E-Mail-Konten.
Facebook & Co.: Unterschiedliche Regelungen für den Todesfall
Bei sozialen Netzwerken wie
Facebook oder StudiVZ und E-Mail- Anbietern ist das Prozedere im Todesfall sehr unterschiedlich. Bei Facebook gibt es ein Standardformular für Angehörige, bei StudiVZ wird nach individuellen Regelungen gesucht. Bei E-Mail-Anbietern kann es zuweilen schwierig sein, Zugang zu den Konten zu bekommen. Hotmail.de verlangt zum Beispiel neben einem Erbschein einen Antrag auf Englisch.