Die großen deutschen Kabelnetzbetreiber bieten
Internetzugänge per Kabel mit immer höheren Bandbreiten an. Damit punkten sie bei den Kunden: die Zahl der Internet- und Telefonkunden steigt sowohl bei dem größten deutschen Anbieter
Kabel Deutschland als auch bei
Unitymedia und
Kabel BW. Dieser Trend schlägt sich auch in den Geschäftsbilanzen wieder. Ende Juni hatte
Kabel Deutschland wieder schwarze Zahlen geschrieben, vorangegangen waren drei Quartale mit Verlusten. Auch die nun vorgelegte Bilanz für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2009/2010 - von Anfang April bis Ende September dieses Jahres - zeigt eine positive Entwicklung.
Internet & Phone-Abos legen um fast 60 Prozent zu
Die Zahl der Abonnements rund um TV,
Internet und Telefon über das Kabelnetz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 585.000 auf insgesamt 11,8 Millionen Abonnements an. Dies entspricht einem Wachstum von 5,2 Prozent. Besonders erfolgreich erwiesen sich wiederum die Produkte aus dem Bereich
Kabel Internet & Phone mit
Flatrates und
Komplettpaketen rund um den Internetzugang und die Telefonie per Kabel. Seit September des vergangenen Jahres stieg die Zahl der gebuchten Abonnements hier um 645.000 - ein Plus von 59,8 Prozent - auf 1,72 Millionen Einheiten an.
Die Internet-Produkte machten dabei 851.000 Abonnements aus, Telefon-Produkte wurden 872.000 mal gebucht. Im Vergleich zum ersten Quartal des Geschäftsjahres konnte Kabel Deutschland von Juli bis September die Zahl der Internet-Abonnements um 64.000 erhöhen, die Zahl der bestellten Telefon-Abonnements legte in diesem Zeitraum sogar um 75.000 zu. Insgesamt hatten sich Ende September dieses Jahres 967.200 Kunden für die Kabel Internet & Phone-Angebote entschieden. Das digitale Fernsehangebot überzeugte dagegen erheblich weniger neue Kunden. Die Zahl der Abonnements für digitales TV stieg im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 21.000 auf 844.000 Einheiten an, ein moderater Ansteig von lediglich 2,5 Prozent. Die Gesamtkundenzahl der Kabel Deutschland-Kunden sank von knapp 9,2 auf 9,0 Millionen.
Umsatz steigt um zehn Prozent
Bereits rund ein Drittel der Kabel Deutschland-Kunden entschied sich
für die Premium-Produkte wie digitales Fernsehen, Abo-TV, Kabel Digital+, Internet und Telefonie. Dieser Premium-Bereich werde nach Unternehmensangaben immer stärker zum Wachstumstreiber für Kabel Deutschland. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) konnte von 10,92 Euro im Vorjahr auf 11,88 Euro Ende September gesteigert werden. Der Durchschnitts-Umsatz pro Kunde beim Kabelanschluss lag Ende September bei 8,07 Euro. Erheblich mehr Umsatz ließ sich mit Kunden erzielen, die Internet und Telefon nutzen: 27,60 Euro im Monat. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres erhöhte sich der Umsatz auf 735,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um zehn Prozent.
Kabel Deutschland mit positivem Nettoergebnis
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich ebenfalls im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreshalbjahr von 277,1 Millionen auf 321,9 Millionen Euro, ein Plus von 16,2 Prozent. Für das Unternehmen besonders positiv: Das Netto-Ergebnis in Höhe von vier Millionen Euro zeigt sich in schwarzen Zahlen. Noch im Vorjahr hatte Kabel Deutschland hier mit minus 20,6 Millionen Euro ein tiefrotes Ergebnis bekanntgeben müssen. Seit 2005 hat Kabel Deutschland mehr als 500 Millionen Euro in den Ausbau seines über 13 Bundesländer verteilten Kabelnetzes investiert. Inzwischen seien über zwölf Millionen Kabelhaushalte für die Nutzung der Internet & Phone-Produkte aufgerüstet worden. Im kommenden Jahr wird auch der größte deutsche Kabelnetzbetreiber höhere Bandbreiten als die derzeit maximal möglichen 32 Megabit pro Sekunde anbieten.