Der mutmaßliche Erpresser Matthias L. hatte mehr als
zwei Millionen Datensätze von Nutzern der VZnet-Netzwerke gesammelt und soll sich nach eigenen Angaben vor seiner Festnahme mit den Betreibern des Netzwerkes nahezu handelseinig gewesen sein.
Vertragsentwurf aufgesetzt
Das Magazin "Stern" berichtet in seiner neuen Ausgabe (Donnerstag) von einem Vertragsentwurf, der beim Gespräch mit SchülerVZ aufgesetzt worden sei. L. sagte demnach bei der Polizei aus, dass auch der Geschäftsführer der Betreiberfirma VZnet der Zahlung von 80.000 Euro zugestimmt habe, sofern L. auf die Forderungen der Firma eingehe.
Zu Beginn habe der Technikchef der Firma L. kontaktiert und aus einem von L. gespeicherten Protokoll des Internetchats gehe hervor, dass
VZnet ihn mit Angeboten geködert habe. Wenn alle Daten gelöscht würden, "darf uns das auch was kosten", soll der Technikchef gesagt haben. Der 20-Jährige hingegen habe in diesem Chat laut Protokoll keinerlei finanzielle Forderungen gestellt, schreibt der "Stern".
Aussage gegen Aussage
Erst als L. sich bei dem Treffen geweigert habe, 17
Computer-Adressen von Nutzern preiszugeben, die auch im Besitz der gesammelten Datenpakete sind, habe VZnet die Polizei gerufen.
VZnet bleibt laut des Magazins bei der Darstellung, dass niemals "Angebote finanzieller Art" gemacht worden seien. L. habe von sich aus 80.000 Euro verlangt, woraufhin die Polizei verständigt worden sei. Der Erlanger wurde daraufhin wegen versuchter Erpressung festgenommen. Er nahm sich
in der Nacht zum 31. Oktober in Einzelhaft in der JVA-Plötzensee das Leben.