Wer im
Internet einkaufen geht, tut dies in der Regel mit der inneren Sicherheit, dass die für den Einkauf notwendigen, persönlichen Daten nur dort einsehbar sind, wo es zwingend erforderlich ist. Das wird auch auf Nutzer des
PostOffice Shop der Deutschen Post zutreffen. In dem für Geschäftskunden errichteten Online-Shop werden Materialien für den Brief- und Paket-Versand sowie für den Bürobedarf angeboten. Durch einen technischen Fehler war es jedoch theoretisch möglich, auf unzählige Rechnungen inklusive Lieferadresse zuzugreifen. Durch einen Hinweis von onlinekosten.de konnte die Datenschutz-Lücke von Programmierern der Post zwischenzeitlich behoben werden.
OrderID beliebig austauschbar
Sichtbar wurden die Bestellungen anderer Post-Kunden durch einfaches Editieren einer Internet-Adresse. Wurden die Daten einer eigenen Bestellung online abgerufen, erschien in der
URL automatisch die Bestellnummer als Parameter
orderID. Wer diese sechsstellige Ziffernfolge mit vorgestelltem
o nach Belieben änderte, konnte sich die Bestell-Belege wildfremder Post-Kunden auf den Bildschirm holen. Nicht einmal eine Anmeldung im Post-Shop war dafür notwendig.
Die OrderID der eigenen Bestellung war beliebig austauschbar. Screenshot: onlinekosten.de
Sichtbar wurden nicht nur detaillierte Auflistungen zu den bestellten Produkten, sondern auch Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Stadt der Lieferadresse. Außerdem Angaben zur Zahlungsweise: Rechnung, Lastschrift bzw. Kreditkarte. Firmennamen, Konto- oder Kreditkartendaten wurden hingegen nicht angezeigt.
Diverse Bestell- und Adress-Daten waren ohne Probleme einsehbar. Screenshot: onlinekosten.de
Post reagiert schnell
Durch einen Hinweis von onlinekosten.de am Montag wurde die Deutsche Post umgehend aktiv und setzte die entsprechenden Website-Funktionen außer Betrieb. Noch in der Nacht wurde nach Angaben eines Post-Sprechers damit begonnen, den technischen Fehler zu beheben. Seit Dienstag 11:30 Uhr ist der PostOffice Shop wieder uneingeschränkt nutzbar.
Die Deutsche Post geht aufgrund der Anzahl registrierter Benutzer und den Online-Bestellquoten davon aus, dass es sich "um einige tausend, theoretisch nachvollziehbare Informationen zur Bestellhistorie ohne Kundennamen und Kundennummer" gehandelt habe, die theoretisch hätten ausgelesen werden können. Der Post-Sprecher gab aber zu bedenken: "Die Online-Bestellmöglichkeit ist ein ausschließliches Angebot für Geschäftskunden und Rückschlüsse auf Namen von Personen bzw. eine Personalisierung von Daten waren somit nicht ohne Weiteres gegeben."