Dienstag, 10.11.2009 12:39

Alice-Datenpanne: Kunde erhält sensible Daten

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
Die schöne Welt des Internets bekommt zunehmend Kratzer, mit dem Datenschutz scheint es an vielen Ecken und Enden des Webs nicht so weit her zu sein. Zuletzt sorgte ein Datenklau bei den VZ-Netzwerken oder eine erneute Datenpanne bei der Deutschen Telekom für Wirbel. Der "Norddeutsche Rundfunk" (NDR) berichtet nun über eine zeitweise Datenlücke beim Hamburger Provider Hansenet und seiner DSL-Marke Alice.

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Sensible Kundendaten per E-Mail

Ein Alice-Kunde wurde demnach seit kurzem von einer Flut von über 100 E-Mails in seinem E-Mail-Postfach überrascht. Allesamt stammten von zwei Alice-Vertriebspartnern und enthielten Bestätigungen von Aufträgen und Kündigungen sowie Befragungen zur Zufriedenheit mit dem Service. Auch sensible Kundendaten wie detaillierte Adressangaben und komplette Kontodaten von Alice-Neukunden fanden sich in den E-Mails. Der betroffene Kunde hatte Ende Oktober die E-Mail-Adresse alice@alice.de für sich registrieren können. "Ich hatte auf einmal 172 Mails im Ordner und wusste gar nicht, wo die auf einmal hergekommen sein könnten – bis ich dann feststellte, dass das Daten für Alice sind", so der Betroffene.

Hansenet: Betroffene Kunden werden informiert

Ein Hansenet-Sprecher bestätigte auf Anfrage von onlinekosten.de die Datenpanne. Die beiden Vertriebspartner hätten seit kurzem scheinbar die Platzhalteradresse alice@alice.de verwendet und diese in das Anmeldeformular eingetragen, wenn die Kunden keine eigene E-Mail-Adresse angegeben hätten. Inzwischen habe der Internetanbieter die E-Mail-Adresse gesperrt. Alle Vertriebspartner seien informiert worden, wie sie künftig vorgehen sollten, wenn Kunden keine E-Mail-Adresse angegeben hätten. Hansenet prüfe derzeit wieviele Kunden betroffen sind. Alle Kunden würden "identifiziert und unverzüglich informiert", so der Sprecher. Die Kundendaten seien bei Hansenet grundsätzlich sehr sicher. "Dieser Einzelfall mit alice@alice.de ist durch einen Eingabefehler im Bestellprozess gekommen. Dort wurde mehrmals die gleiche email-Adresse eingerichtet", so die Erklärung des Hansenet-Sprechers. Auf höchster Ebene arbeite aktuell ein Team daran, dass so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommen kann.

Bundesdatenschutz-Beauftragter will Fall prüfen

Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Peter Schaar wolle den Fall laut "NDR" prüfen. "Wir werden dem Sachverhalt nachgehen, um aufzuklären, was dahintersteckt", so ein Sprecher Schaars. Das Unternehmen sei für den Schutz solch persönlicher Daten verantwortlich und nicht der Kunde.
Jörg Schamberg
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