Die Zeiten, in denen Nutzer von Macintosh-Rechnern aus dem Hause Apple weitestgehend vor Bedrohungen aus dem Internet geschützt waren, scheinen endgültig vorbei zu sein. Das zumindest ist die Auffassung des Chefs vom Sicherheitsspezialisten McAfee, Dave de Walt.
Neuer Gefahren nicht bewusst
"Seit Anfang 2008 ist die Anzahl der Programme, die Schaden anrichten um 900 Prozent gestiegen", sagte de Walt gegenüber der "WirtschaftsWoche". Seit zwei Jahren werde bei Mac-Rechnern ein hoher Anstieg der Risiken verzeichnet. "Die am meisten verbreitete Gefahr sind
Phishing-Angriffe, bei denen Nutzer auf präparierte
Webseiten gelockt werden, um Passwörter auszuspionieren." Apple-Nutzer seien sich der neuen Gefahren nicht hinreichend bewusst, warnt de Walt. "Gerade weil Apple lange dafür berühmt war, kaum Sicherheitsprobleme zu haben, kaufen die meisten Nutzer auch keine Schutzprogramme. Inzwischen werden aber sogar spezifische schädliche Programme für Apple-Systeme geschrieben."
Einen Wandel bei Internetattacken sieht de Walt auch hinsichtlich der Qualität. "80 Prozent der Attacken sind finanziell motiviert. Doch was uns noch mehr sorgt, ist das Heraufziehen von Cyberterrorismus und virtueller Kriegsführung. 20 Prozent der Angriffe im Netz haben einen politischen oder religiösen Hintergrund." De Walt fordert aufgrund dieser Entwicklung eine stärkere weltweite Zusammenarbeit von Behörden: "So wie sich die Weltgesundheitsorganisation um physische Viren kümmert, sollte es eine Organisation geben, die Viren und Attacken im Cyberspace bekämpft."
Stark gefährdet seien zudem Smartphones. De Walt warnt: "Viele Nutzer denken, sie sind durch ein Passwort geschützt und sicher. Aber ich muss oft nur die SIM-Karte rausnehmen und in ein anderes Gerät stecken, um Zugriff auf alle Daten zu haben. Entscheidend ist es daher, die SIM-Karte zu verschlüsseln." Auch
soziale Netzwerke wie
Facebook oder der Kurznachrichtendienst
Twitter sind ein besonders beliebtes Ziel von Internetkriminellen geworden.