Dürfen Spieler am Computer in die Rolle von Terroristen schlüpfen? Dürfen sie wehrlose Zivilisten hinrichten? Und dabei vielleicht sogar Spaß haben? Diese Fragen sorgen derzeit für hitzige Diskussionen in der Spieleszene. Denn mit solch einem blutigen Szenario beginnt der Ego-Shooter "Call of Duty: Modern Warfare 2". Das Spiel steht ab kommenden Dienstag in den Regalen. Schon vorab ist klar: Der Tabubruch dürfte dem französischen Computerspielverlag Activision Blizzard Schlagzeilen bringen und den Absatz ankurbeln.
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Bande russischer Agenten
Die Fans der Spielereihe freuen sich seit Monaten auf die Fortsetzung von "Modern Warfare" (deutsch: moderne Kriegsführung), die das für Ego-Shooter bekannte Studio Infinity Ward entwickelt hat. Sie gehört zu den aufwendigsten Spiel-Produktionen des Jahres - mit einer Grafik fast wie im Film, exotischen Schauplätzen und krachendem Sound samt Titelsong von Rap-Star Eminem. Das "meist erwartete Spiel des Jahrzehnts" nannte es eine britische Computerzeitschrift. Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Spezialeinheit der USA muss eine Bande russischer Terroristen stoppen. Der Spieler kämpft aus Sicht mehrerer Agenten zu Wasser, zu Lande und in der Luft gegen die Verbrecher es schwirrt das Blei, es fließt das Blut.
"Bösartigkeit und Kaltblütigkeit eines russischen Terroristen"
Auslöser der Debatte unter den durchaus hartgesottenen Spielern ist nicht die drastische Gewalt an sich, sondern die Eingangssequenz, die seit einigen Tagen als Video im Internet kursiert. Darin ist zu sehen, wie Terroristen in einem Flughafen wehrlose Zivilisten erschießen. Unter den Attentätern: der Spieler. Als Geheimagent hat er die Bande infiltriert und ist daher Zeuge des Anschlags.
Warum der Tabubruch? Activision Blizzard stellt das Massaker als Stilmittel dar: "Im Kontext der Story illustriert diese Szene die Bösartigkeit und Kaltblütigkeit eines russischen Terroristen und seiner Handlanger", erklärt der französische Konzern auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zudem werde vor der Szene darauf hingewiesen, dass Inhalte folgen, die "für manche Menschen abstoßend" seien, betont der Anbieter. Wenn Bildschirm-Krieger daraufhin lieber die Waffen stecken lassen wollen, können sie die Passage überspringen.
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