Die Familienshow am Samstagabend, der Hollywood-Blockbuster oder der Fußball-Krimi fesseln regelmäßig Millionen Deutsche vor den Bildschirmen. Doch das bislang noch eher unbedeutende Internetfernsehen (
IPTV) holt kräftig auf. Für das kommende Jahr rechnet der Branchenverband BITKOM mit einem Wachstum um 50 Prozent auf insgesamt 1,8 Millionen IPTV-Kunden. Die nun vom Münchner Kreis, EICT,
Deutscher Telekom und TNS Infratest herausgegebene Delphi-Studie "
Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien" versucht die Zukunftschancen für das Internetfernsehen für die kommenden beiden Jahrzehnte einzuschätzen.
IPTV auf Wachstumskurs
Demnach würden besonders derzeit schon gut im IPTV-Markt positionierte
Unternehmen von dem Trend profitieren. Die Deutsche Telekom etwa bietet
Video-on-Demand über ihre
Entertain-Produkte an. Der Bonner Konzern möchte bis zum Ende des Jahres eine Kundenzahl von mehr als einer Million IPTV-Abonnenten erreichen. Auch
Maxdome, eine Tochter des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1, hätte laut Studie Chancen auf weiteres Kundenwachstum. Die Online-Videothek bietet aktuell über 20.000 Videos zum Abruf per Internet an.
Die Studie räumt IPTV-Angeboten wie Entertain von T-Home eine rosige Zukunft ein.
Screenshot: onlinekosten.de
Internet wird bis 2024 führendes Unterhaltungsmedium
Von den 550 befragten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sehen mehr als zwei Drittel bis spätestens 2024 den Durchbruch für IPTV erreicht, das Internet werde bis dahin das führende Unterhaltungsmedium sein. 20 Prozent der Befragten erwarten einen breiten Markterfolg für das Fernsehen per Web schon bis 2019. Das klassische Fernsehen sowie Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Radio müssten sich laut der Studie den neuen technischen Entwicklungen anpassen. Auch die Nutzung des Internets selbst ändere sich.
Mobiles Internet gehöre ab 2015 zum normalen Alltag. Die Experten erwarten, dass bis 2019 über 95 Prozent der Menschen in Europa und Nordamerika das
Internet regelmäßig nutzen werden.