Freitag, 06.11.2009 08:57

Facebook überarbeitet Datenschutz-Regeln

aus dem Bereich Sonstiges
Das soziale Netzwerk Facebook will seine Datenschutz-Erklärung verständlicher machen und so bei Verbraucherschützern punkten. Bis zum morgigen Freitag können Mitglieder die überarbeiteten Regeln kommentieren. Diese Äußerungen will das Unternehmen aus San Francisco in der Endfassung berücksichtigen, die auch auf Deutsch veröffentlicht wird. In den ersten Tagen meldeten sich jedoch nur wenige hundert zu Wort. Facebook - mit weltweit mehr als 300 Millionen registrierten Nutzern Marktführer - reagiert damit auf Kritik kanadischer Datenschützer.

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Für alle verständliche Datenschutz-Erklärung

"Unsere wichtigsten Ziele waren Transparenz und Lesbarkeit", sagte der zuständige Facebook-Manager Elliot Schrage am Donnerstag. Daher habe man eine einfache Sprache verwendet und zur Verdeutlichung viele Beispiele genannt. Die kanadische Datenschutz-Beauftragte Jennifer Stoddart hatte im August bemängelt, dass die Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten "oft verwirrend und unvollständig" seien. Zur neuen Version hatte sich die Behörde in Ottawa am Donnerstag noch nicht geäußert.

Das Unternehmen verdeutlicht in der auch auf Deutsch vorliegenden Erklärung im Facebook-Blog, sich über Werbung zu finanzieren. Es gestatte daher Werbetreibenden, ihre Anzeigen gezielt an Mitglieder mit bestimmten Merkmalen auszuliefern. Ein Fan von Madonna könne etwa Werbung für das neue Album der Künstlerin erhalten, nannte Schrage ein Beispiel. Dies geschehe jedoch nur mit Zustimmung der Nutzer und nur in anonymisierter Form. "Wir geben keine persönlichen Informationen an irgendwelche Werbetreibende weiter", betonte Schrage im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Verwendung von standortbezogenen Daten

Eine wesentliche inhaltliche Neuerung besteht darin, dass Facebook in den Richtlinien erstmals ausdrücklich erwähnt, Standortdaten der Nutzer verwenden zu wollen. Damit könnte das Netzwerk ortsbezogene Dienste anbieten und Werbung passend zum Beispiel zum Wohnort des jeweiligen Nutzers ausliefern, falls die Nutzer dem zustimmen. "Im Moment gibt es keine derartigen Pläne", sagte Schrage.
Jörg Schamberg / dpa
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