Das Schweizer Telekom-Unternehmen Swisscom soll wegen Wettbewerbsverstoßes eine dreistellige Millionenstrafe zahlen. Der Marktführer soll mit seiner Preispolitik bei den
ADSL-Diensten die Konkurrenten behindert haben, wie die Wettbewerbskommission am Donnerstag in Bern mitteilte. Die Swisscom soll wegen Verstoßes gegen das Kartellgesetz eine Buße von 220 Millionen Franken (fast 146 Millionen Euro) zahlen. Das Unternehmen kündigte an, die Verfügung anzufechten.
Missbrauch marktbeherrschender Stellung
Nach Erkenntnissen der Wettbewerbshüter soll die Swisscom für Konkurrenten wie Sunrise, VTX oder Green bis Ende 2007 hohe Preise für Vorleistungen für das
Breitband-
Internet verlangt haben. Die Swisscom-Konkurrenten hätten ihr ADSL-Geschäft deshalb nicht profitabel betreiben können.
Die Kommission beurteilte die Preispolitik der Swisscom als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Die hohen Vorleistungspreise hätten auch zum hohen Preisniveau in der Schweiz beigetragen. Die Swisscom bestreitet den Vorwurf. Mit den verschiedenen Kabelnetzen, den neusten Mobilfunknetzen sowie den künftigen Glasfasernetzen herrsche in der Schweiz ein intensiver Infrastruktur-Wettbewerb, erklärte das Unternehmen.
Jörg Schamberg
/ dpa