Die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten in Deutschland werden 2009 auf rund 62 Milliarden Euro sinken. Das sind rund 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus der jährlichen Studie des Branchenverbands VATM zum Telekommunikationsmarkt hervorgeht. Ursache seien unter anderem weiter sinkende Endkundenpreise.
Telekom marktführend
Der Breitbandmarkt nähere sich einer Sättigung sowohl bei Anschlüssen als auch Umsätzen. Die Preise für
DSL-Anschlüsse hält der Verband aber für weitgehend stabil, in Zukunft werde sich der Wettbewerb im Festnetz vor allem über die Bandbreite der Angebote abspielen.
Nach wie vor beherrscht die
Deutsche Telekom als Ex-Monopolist das Festnetzgeschäft. Zwar können kleinere Telekom-Anbieter und
Kabelnetzbetreiber der Studie zufolge ihre Umsätze durch wachsende Kundenzahlen steigern. Bei den Festnetzanschlüssen beansprucht der Bonner Konzern aber nach wie vor fast 60 Prozent des Umsatzvolumens für sich, selbst wenn die Kabelnetzbetreiber zum Breitbandmarkt hinzugerechnet werden, ist es etwas mehr als die Hälfte.
Breitband- und Mobilfunkmarkt gesättigt
Gleichzeitig schwächt sich das Wachstum bei den Breitbandanschlüssen zunehmend ab, und nach wie vor greift die Telekom die meisten
DSL-Neukunden ab. Der Neukundenanteil sei in dem für die Frage der Marktbeherrschung relevanten Markt sogar auf 60 Prozent gestiegen. "Bei den
Resellern erleben wir dramatische Einbrüche, da die Deutsche Telekom keine marktgerechten Vorprodukte anbietet," so der Präsident des VATM, Gerd Eickers, am Mittwoch in Frankfurt. "Die Bundesnetzagentur ist hier dringend aufgefordert, die längst überfälligen Entscheidungen zu konsistenten Entgelten zu treffen."
Die Zahl der klassischen Telefonleitungen wird der Schätzung zufolge im laufenden Jahr aber um rund zwei Millionen zurückgehen. Daneben steige vor allem die Nachfrage nach
VoIP-Anschlüssen, mit denen Telefon und
Internet aus einer Hand angeboten werden können.
2010 schwächt sich Umsatzrückgang ab
Auch im
Mobilfunk nähert sich die Zahl der aktivierten SIM-Karten in Deutschland bei mehr als 100 Millionen einer Sättigungsgrenze. Wegen der niedrigen Preise führt das Wachstum an Sprachminuten der Studie zufolge nicht zu einem Umsatzwachstum. Der Anstieg von
mobilen Datendiensten kann den Rückgang bei der Sprachtelefonie noch nicht ausgleichen. Auch im Mobilfunk beansprucht die Telekom nach wie vor rund ein Drittel der Umsätze für sich.
Im kommenden Jahr dürfte der Telekom-Markt in Deutschland weniger stark schrumpfen als 2009. Der Branchenverband geht von einem weiteren Umsatzrückgang von etwa zwei bis drei Prozent aus.