Volleyball im Fernsehen? Nicht wirklich häufig gesehen. Noch immer führt die athletische Ballsportart ein Schattendasein in der deutschen Medienlandschaft. Daran konnte offenbar auch eine Partnerschaft zwischen der Deutschen Volleyball Liga (DVL) und
sportdigital.tv wenig ändern. Seit Oktober 2007 wurden über den Pay-TV-Sender der Sportfive GmbH wöchentlich zwei Spiele aus der Volleyball Bundesliga live übertragen. Seit dieser Saison ist damit - zumindest vorübergehend - Schluss. Ein Neuling hat dem etablierten Sender, der kostenpflichtig über das Internet, per Satellit und die Kabel-Netze zu empfangen ist, die TV-Rechte vor der Nase weggeschnappt.
Weniger Live-Spiele, aber dafür kostenlos
Spobox.tv will ab Mitte November rund 60 Spiele der
Volleyball Bundesliga mit jeweils fünf Kameras pro Match übertragen. Unternehmenssprecher Holger Tromp erklärte auf Anfrage von onlinekosten.de, man sei auf die DVL zugegangen, habe sich um die Rechte beworben und am Ende den Zuschlag erhalten. Derzeit laufen Gespräche mit möglichen Partnern, um die Kosten für die TV-Rechte refinanzieren zu können. "Zunächst war es uns wichtig, hochwertigen Content anbieten zu können. Wir sind ein Start Up, da geht nichts ohne Investitionen".
Partner: DVL und Spobox. Screenshot: onlinekosten.de
Der Sendeplan von spobox.tv sieht vor, dass einerseits Spiele der Frauen Bundesliga mit Mannschaften wie dem deutschen Meister Schweriner SC, dem Dresdner SC oder dem USC Münster gezeigt werden. Ebenso sind Übertragungen von der Bundesliga der Männer mit Vereinen wie dem VfB Friedrichshafen oder evivo Düren geplant. Zwar wird Spobox im Vergleich zu Sportdigital weniger Spiele live übertragen, dafür gibt es die Begegnungen aber frei empfangbar und kostenlos - als
Fernsehen im Internet.
Ob es künftig weiter Volleyball bei Sportdigital zu sehen gibt, ist noch nicht endgültig geklärt. Derzeit wird noch über eine mögliche Kooperation verhandelt, erklärten beide Sender auf Anfrage. Sicher ist aber schon jetzt, dass ARD, ZDF und die dritten Programme die Nachverwertungsrechte für Übertragungen in "Sportschau" und Co. besitzen. Ein Rahmenvertrag mit der Sportrechte- und Marketing-Agentur (SportA) macht es möglich. Zusätzlich dürfen künftig auch die Bundesligisten selbst Ausschnitte der eigenen Spiele auf ihren Internetseiten zur Verfügung stellen. Ferner ist eine Zusammenarbeit mit Regional- und Lokal-Sendern geplant.
Sendestart bei Spobox steht bevor
Bei spobox.tv und der für die
Website zuständigen Gesellschaft für Internetportale (GIP) scharrt man unterdessen bereits mit den Füßen und würde gerne schon am 14. November das erste Livespiel übertragen. "Aufgrund einer weiteren, bereits zugesagten Produktion an anderer Stelle, ist dieser Termin allerdings noch nicht fix", so Tromp. Zunächst ist die Partnerschaft auf die laufende Saison ausgelegt. "Je nach Verlauf hoffen wir natürlich auf eine zufriedene DVL, zufriedene User und eine Verlängerung des Engagements."