Donnerstag, 29.10.2009 12:10

"Jeder Depp kann jeden Mist" - Twitter im Kreuzfeuer

aus dem Bereich Sonstiges
Rasante Entwicklung: Rund 1,8 Millionen Menschen twittern in Deutschland, etwa 25 Mal so viel wie vor Jahresfrist. Doch ist das Mikrobloggen im Internet, also das Schreiben von Kurzmitteilungen, "eine Kommunikationsform der Zukunft oder lediglich eine Kommunikationsform mit Zukunft", wie es der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel auf den Münchner Medientagen am Donnerstag formulierte.

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Twitter ohne Perspektive?

Der Blogger Rainer Meyer alias Don Alphonso bezweifelte eine strahlende Perspektive des virtuellen Gezwitschers, zumal eine Leserbindung mit 140 Zeichen pro Twitter-Nachricht nie zu erreichen sei. "Jeder Depp kann jeden Mist", sagte Meyer. Die Autorin Nicole Simon fügte an, dass gutes Twittern auch nur von guten Journalisten geleistet werden könne.

Es gehe, sagte Simon weiter, nicht um die Frage, wie aus dem Twittern Erträge zu erzielen seien. Vielmehr sei die Technik für den Internet-Nachwuchs interessant unter der Fragestellung: Wie bewege ich mich im Netz? Also ein Spielpatz für begabte Netz-Tratscher. Schäfer-Gümbel lobte das Twittern wegen seiner hohen Geschwindigkeit, und weil es Politiker so menschlich mache. "Die bügeln nämlich auch und trinken Kaffee!"

Trotz des Flugzeugabsturz über dem Hudson-River, trotz des Amoklaufs von Winnenden, als die Twitter-Beiträge, die sogenannten Tweets, die ersten Nachrichtenströme bildeten: Die Rolle der Miniblogger für den Online-Journalismus werde überschätzt, sagte Alexander von Streit von "Focus online", der das Twittern für eine "spannende Kommunikationsform" hält, aber nicht für einen "elementaren Bestandteil der Nachrichtenverbreitung". Nach Winnenden habe sein Medium auch gleich einen Twitterkanal aufgemacht - ein, zwei kleine Pannen inklusive, wie von Streit einräumte.
Hayo Lücke / dpa
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    Zuletzt kommentiert von *G* am 01.11.2009 um 18:01 Uhr
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