Donnerstag, 29.10.2009 16:46

Chinesisch und Co.: Domains werden internationaler

aus dem Bereich WebHosting
Einige Länder wie China und Thailand umgehen das Problem bereits jetzt mit einem technischen Trick. Den hat die Internet-Verwaltung ICANN aber nicht anerkannt, zudem funktioniert er nicht auf allen Computern. Wird die bereits im vergangenen Jahr beschlossene Änderung wie erwartet endgültig verabschiedet, wird das Internet erstmals wirklich international.

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Technische Probleme gelöst

Die bisherige Beschränkung hat technische Gründe. Jede Adresse im Internet muss übersetzt werden: von der langen Version in Zahlen und Zeichen, die sich Menschen gut merken können, in eine maschinenlesbare Zahlenkombination - die IP-Adresse. Das Dolmetschen übernehmen Namensserver. Sobald ein Nutzer einen Domain-Namen aufruft, spucken sie die Zahlenkombination aus. Für "www.bundesregierung.de" ist das etwa die Adresse 217.79.215.248.

Begeisterung und Skepsis

Das Wörterbuch der Namensserver ist bislang beschränkt auf den ASCII-Schriftsatz. Dieser "American Standard Code for Information Interchange" enthält nur lateinische Zeichen - weder deutsche Umlaute noch chinesische Zeichen sind darin zu finden. Mit anderen Worten: Im Lexikon fehlten die Kapitel, um Adressen mit solchen Top Level Domains zu übersetzen. Der Teil vor dem Punkt darf allerdings schon jetzt aus anderen Zeichen bestehen, darunter "ä", "ö" oder "ü". Die Internet-Lenker haben nun ein System entwickelt, um genau das auf Top Level Domains auszuweiten. Besteht sie aus einer anderen Schriftart als der lateinischen, wird künftig doppelt gedolmetscht. Alle Zeichen der Welt sind in dem universalen Schriftsatz Unicode festgehalten.

Chinesische Symbole werden künftig zunächst von Unicode in ASCII übertragen und anschließend in die IP-Adresse. Während die neuen Endungen von Russland bis Korea begeistert aufgenommen werden, sind viele internationale Unternehmen hingegen skeptisch. "Markenrechtsinhaber befürchten, dass sie großen Aufwand betreiben müssen, um ihre Domains zu registrieren und zu schützen", sagt Experte Keller. Denn das Internet wird nicht nur internationaler, sondern auch unübersichtlicher.
Christian Wolf / dpa
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