Die Verlagsbranche setzt nicht mehr nur auf das gedruckte Papier, sondern zunehmend auch auf elektronische Bücher. Immer mehr Hersteller drängen mit
Lesegeräten für die E-Books auf den Markt. Führend ist derzeit noch der US-Konzern
Amazon mit seinen
Kindle-Modellen. Im kommenden Jahr plant nun auch der Mobilfunknetzbetreiber
Vodafone den Einstieg in den E-Book-Bereich. Vodafone will laut dem Branchenmagazin "Werben & Verkaufen" (W&V) zur CeBit im kommenden Jahr eine eigene Plattform für E-Reader präsentieren.
Offene Plattform
Die Plattform soll offen gestaltet sein. Allen Lesegeräten, die über einen entsprechenden technischen Standard verfügen, wird demnach der Zugang ermöglicht. "Wir wählen eine offene Plattform, weil wir uns nicht von vornherein beschränken wollen", so Hans-Günther Brosius, Leiter des E-Reader-Bereichs bei Vodafone. Zum Start soll unter anderem die niedersächsische Mediengruppe Madsack ("Hannoversche Allgmeine Zeitung") mit dabei sein. Einige Verlage - darunter auch Axel Springer - hätten Absichtserklärungen zur Kooperation unterschrieben.
Vodafone erhält 50 Prozent der Einnahmen
Die Aufteilung der Einnahmen soll dabei auf einfachem Wege erfolgen: jeweils die Hälfte geht an Vodafone, die andere Hälfte an die jeweiligen Verlage. Die Plattform soll sich den E-Reader-Nutzern in Form eines Kiosk präsentieren, aus dem sie individuell Inhalte abrufen können. Konkurrenz erhält Vodafone unter anderem aber auch von Google. Mitte Oktober hatte
Google den Einstieg in den E-Book-Markt angekündigt und will in einem Online-Shop 500.000 aktuelle digitale Bücher anbieten. Etliche Verlage führen derzeit Tests mit elektronischen Lesegeräten durch. Selbst die Lufthansa denkt zur Eindämmung des Papiermülls an Bord der Flugzeuge - verursacht durch gratis verteilte Zeitungen und Zeitschriften - an die Einführung eines E-Readers.
Jörg Schamberg