Die Investitionen will Google über einen Umweg wieder hereinholen: Je mehr
Handy-Besitzer auch unterwegs im Internet
surfen und Googles beliebte Dienste nutzen, so das Kalkül, desto häufiger klicken sie auf die Werbeanzeigen des omnipräsenten Internetkonzerns; nicht zuletzt weil Google-Dienste wie E-Mail, Straßenkarten und Kalender nahtlos in die Software integriert sind. "Android ist eine Wette darauf, dass Google mit seinen Diensten mehr Werbung verkaufen kann", sagt Expertin Milanesi.
Wachsender Umsatz mit mobiler Werbung
"Die Verbreitung von Android wird bald explodieren", verkündete Firmenchef Eric Schmidt jüngst vollmundig. Ob sich der wachsende Marktanteil bereits bezahlt macht, verrät das US-Unternehmen nicht. Nur so viel: Die Suchanfragen von mobilen Geräten aus hätten binnen eines Quartals um 30 Prozent zugelegt.
Die US-Investmentbank Jefferies schätzt, dass Werbung im Unterwegs-Internet Google dieses Jahr 180 Millionen Dollar Umsatz einbringen wird. 2011 werden es 500 Millionen Dollar (332 Millonen Euro) sein. Angesichts knapp 22 Milliarden Dollar Jahresumsatz im vergangenen Jahr wäre das nicht mehr als Zubrot.
Anroid als Lebensversicherung für Google
Die Bedeutung lässt sich aber allein nicht in Dollar und Cent messen. Android sei eine Art Lebensversicherung, meint etwa der Analyst Youssef Squali: "Google hofft, den Markt für Betriebssysteme weiter zu fragmentieren, um eine Machtkonzentration in der Hand von ein oder zwei Wettbewerbern zu verhindern." Niemand soll die vielen Dienste des Internet-Giganten ausbremsen können - weder auf dem Handy noch auf Lesegeräten für elektronische Bücher oder
Netbooks, wo Android mittlerweile auch zum Einsatz kommt.