Wie aus einem Diskussionspapier der Europäischen Kommission hervorgeht, plant die EU die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes für Inhalte wie Bücher, Musik, Filme oder Videospiele. Laut Studien der Kommission könne ein funktionierender Binnenmarkt den Umsatz für die Produzenten vervierfachen – vorausgesetzt, die Staaten und Branchen unterstützen das Vorhaben.
Legale Angebote statt Raubkopien
Neben den rechtlichen und territorialen Hürden sieht die EU auch eine Gefahr in den illegalen Downloads. Um einen stabilen Binnenmarkt zu schaffen, müsste daher der Ausbau von legalen Angeboten vorangetrieben werden. Die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding erklärt: "Urheberrechte und
Internet sind zwei starke Triebfedern für Kreativität und Innovation zum Nutzen aller Europäer. Sie sollten in dem neuen Projekt eines wettbewerbsorientierten und prosperierenden Digitalen Binnenmarktes kombiniert werden. Ein solcher Digitaler Binnenmarkt kann nur unter Einbeziehung der Produzenten von Inhalten und mit der 'digitalen Generation' als interessierte Nutzer und innovative Verbraucher geschaffen werden".
Rechte müssen geschützt werden
EU-Kommissar Charlie McCreevy, zuständig für den Binnenmarkt, ergänzte: "Der Schutz der Rechte an geistigem und gewerblichen Eigentum – Urheberrechte, Patente, Marken oder Muster – ist ein Grundstein der wissensgestützten Wirtschaft und ein zentraler Faktor für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Eine Reform in dem Bereich muss vorwiegend auf solider Ökonomie und nicht nur auf rechtlichen Konzepten beruhen, und sie muss auf Lösungen ausgerichtet sein, die Innovation und konkrete Investitionen fördern".
Beteiligte gefordert
Die Europäische Kommission fordert Rechteinhaber, Verbraucher und kommerzielle Nutzer nun auf, sich an der Diskussion zu beteiligen, um eine Lösung zu erarbeiten. Stellungnahmen nimmt die Kommission bis zum 5. Januar entgegen.
Laut der EU liegt der Jahresumsatz des europäischen Kultur- und Kreativsektors (Gesamtheit der veröffentlichten Inhalte wie Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Musik und Tonaufzeichnungen, Filme, Video auf Abruf und Videospiele) bei über 650 Milliarden Euro. In Europa beschäftigen diese Bereiche mehr als drei Prozent aller europäischen Erwerbstätigen.