Nach dem ersten Fehlschlag hatten die ARPA-Forscher Erfolg. Innerhalb weniger Monate schlossen sich auch die Universitäten in Santa Barbara und Utah an. Das war die Keimzelle des Internets - und von allem, was noch kommen sollte: Grafisch gestaltete
Websites, E-Mails oder
Internet-Telefonie zum Beispiel.
Anonymität im Netz: "Perfekt für die dunkle Seite"
Die heutige "Architektur" des Internets schufen tausende Ingenieure erst in den 70er und 80er Jahren, doch Kleinrock und Kollegen legten ein Fundament, das immer noch Bestand hat. So verzichteten sie auf eine zentrale Steuerung und setzten auf offene technische Standards, die jeder nutzen und weiterentwickeln durfte. "Deswegen kann niemand das Internet abschalten und - vielleicht noch wichtiger - die Entwicklung neuer Anwendungen unterbinden", erklärt die Expertin Jeanette Hofmann. Das trage maßgeblich zur Innovationsdynamik bei, sagt die Politologin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aus den frühen Tagen ist allerdings ein Konstruktionsfehler geblieben: "Wir haben damals keine Sicherheitsmaßnahmen eingebaut", sagt Leonard Kleinrock. Das Netz war und ist offen und anonym - jeder kann sich anmelden, ohne sich zu identifizieren.
Als sich noch alle Nutzer persönlich kannten, war das kein Problem. "Heute ist das perfekt für die dunkle Seite", weiß Kleinrock. Im Oktober 1969 hatte man noch mit anderen Problemen zu kämpfen.
Marcel Petritz
/ dpa