Die vielleicht wichtigste Erfindung seit dem Buchdruck begann mit einem Computerabsturz. Es war am 29. Oktober 1969, als der Informatik-Professor Leonard Kleinrock und einer seiner Studenten versuchten, ihren Großrechner in Los Angeles mit einer Maschine im 500 Kilometer entfernten Stanford zu verbinden - ein Novum in der noch jungen Computerwissenschaft. "Wir tippten das "L" ein und fragten am Telefon: Seht ihr das "L"?", erinnert sich Kleinrock. Es klappte. Er tippte das "O", das "G" - und dann: stürzte der Rechner ab.
Rechner so groß wie Kühlschränke
Auch wenn die Einwahl mit dem Wort "Login" im zweiten Versuch klappte: Kleinrock und Kollegen kam die Verbindung zwischen den zwei kühlschrankgroßen Rechnern keinesfalls revolutionär vor. Keine Kamera, kein Mikrofon hielt den historischen Moment fest, nur ein dürrer Protokolleintrag. Dennoch legten sie mit ihrer Forschung den Grundstein für die Vernetzung von
Computern - und damit für das
Internet, das die Welt seitdem in 40 Jahren grundlegend veränderte. Kleinrocks Forschung war ein Resultat des Kalten Krieges. Im Oktober 1957 schoss die Sowjetunion als erstes Land der Welt einen Satelliten ins All. Das weltweit empfangbare Piepsen des "Sputnik" schockierte die USA zutiefst: Der Klassenfeind hatte bei der Weltraumforschung einen symbolträchtigen Sieg errungen.
Durchbruch der Informatik
Das sollte nicht noch einmal passieren: US-Präsident Dwight D. Eisenhower gründete ein Jahr später die Forschungseinrichtung ARPA (Advanced Research Projects Agency). Die dem Pentagon unterstellte Agentur förderte die Grundlagenforschung an den amerikanischen Universitäten - in der Hoffnung, dass auch das Militär davon profitiert. Die Informatik nahm Fahrt auf.