Gesetzliche Regeln können helfen, doch manche Firmen halten sich nicht daran und lassen sich offenbar auch von drohenden Geldbußen nicht einschüchtern.
Was tun, wenn der Werbeanrufer sich hartnäckig erneut meldet?
Fragen, von welcher Firma angerufen wird. Häufig werden nicht korrekte Angaben vom Anrufer gemacht. Das Gespräch beginnt mit: "Sie sind doch Kunde von xy..?" Das bedeutet aber nicht, dass der Anrufer von derselben Firma ist. Sich immer vergewissern, mit wem man spricht (Mitarbeiter- und Firmenname). Tag und Zeit notieren, um später eine Beschwerde dokumentieren zu können. Auf keinen Fall während des Gesprächs mit einem "Ja" auf etwas eingehen. Das könnte als Vertragseinwilligung aufgefasst werden.
Wo kann sich der Verbraucher beschweren?
Die Internetseiten des Call Center Forums bieten Informationen, Adresse:
www.fsk-cc.de. Dort gibt es ein Beschwerdeformular. Auch Verbraucherzentralen können helfen. Wer herausfinden möchte, wer hinter einer unterdrückten Rufnummer steckt, kann die Bundesnetzagentur kontaktieren.
Sind die Missbrauchsfälle tatsächlich zurückgegangen?
Ja, sagt die Branchenvereinigung CCF. Es liegen aber noch keine Zahlen vor. Die ersten Statistiken werden in einigen Monaten erwartet.
Wie groß ist die Zahl der unseriös arbeitenden Call Center?
Unter einem Prozent, sagt der Verband. Im vergangenen Jahr wurden
900.000 Missbrauchsfälle registriert. Klingt viel, ist aber in Relation zu setzen: Pro Tag gibt es rund 20 Millionen Telefonkontakte von Call Centern in Deutschland. Im Jahr sind das mehr als sieben Milliarden Telefonate.
Was macht der Branchenverband bei schweren Missbrauchsfällen?
Vereinzelt wurden schon Strafanzeigen gestellt. In den vergangenen drei Jahren landeten 70 Fälle vor Gericht.