Knapp eineinhalb Jahre nach der
Schließung des Bochumer Nokia-Handywerkes hat die Industriestadt einen wichtigen Schritt zum neuen High-Tech-Standort gemacht. Der kanadische
Blackberry-Hersteller RIM stellte am Mittwoch das erste Gerät für den mobilen Empfang oder die Sendung von E-Mails vor, das komplett in dem vor einem Jahr gegründeten
RIM-Forschungszentrum in Bochum entwickelt worden ist. Der neu entwickelte Blackberry mit der Typenbezeichnung 9700 ist das neue Spitzengerät des Unternehmens und soll für rund 500 Euro von Mitte November an verkauft werden.
RIM wächst in Bochum
Seit dem Start im September 2008 mit 120 Beschäftigten sei die Mitarbeiterzahl bereits auf 210 gestiegen, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Qualitätssicherungszentrum mit 40 Stellen komme bald hinzu. In drei bis vier Jahren rechne RIM mit 500 Stellen in Bochum.
Die erfolgreiche Arbeit des Entwicklungszentrums sei mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Stadt, sagte der gebürtige Bochumer und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Sie zeige, dass Bochum mit der Nähe zur Universität ein besonders günstiger Standort für High Tech sei.
Ausschlaggebend für die Ansiedlung des europäischen Zentrums in Bochum sei die gute Zusammenarbeit mit Stadt, Land und der Bochumer Universität gewesen, sagte auch RIM-Gründer Mike Lazaridis. Mit deutscher Ingenieurskunst habe das Zentrum ungewöhnlich schnell in nur einem Jahr den Blackberry entwickelt. RIM wachse schnell, das gelte auch für Bochum.
90 Ex-Nokianer
Von den 120 Beschäftigten der RIM-Anfangsbesetzung in Bochum stammten etwa 90 von dem Ende Juni geschlossenen Nokia-Werk in der Stadt. Bei dem 2008 gegen öffentliche Proteste geschlossenen Werk waren einschließlich Zulieferern rund 4.000 Stellen verloren gegangen. RIM (Research in Motion) gilt mit mehr als 8.000 Mitarbeitern als einer der großen Kommunikationsgeräteanbieter weltweit.
Hayo Lücke
/ dpa