Harte Zeiten für die deutschen Telekom- Unternehmen: Seit Jahren kämpfen sie mit sinkenden Umsätzen sowohl beim Festnetz als auch beim
Mobilfunk. Die Verbreitung von Flatrate- Angeboten schränkt die Erträge und den Handlungsspielraum ein.
Markt muss "gesundschrumpfen"
Wachstum ist nach Meinung von Experten fast nur noch durch Zusammenschlüsse und Übernahmen möglich. Ganz besonders gilt das für den deutschen
DSL-Markt, wie eine aktuelle Studie der Privatbank Sal. Oppenheim und der Unternehmensberatung OC&C zeigt.
Dass sich auf dem deutschen Breitbandmarkt etwas tun muss, liegt auf der Hand: Die Zahl der Kunden, die sich zum ersten Mal für einen DSL-Anschluss entscheiden, sinkt beständig. Sie werden mit Flatrate- Paketen zu immer niedrigeren Preisen geworben.
Konkurrenz aus der Mobilfunkecke
Zudem treten vermehrt Mobilfunkanbieter mit immer schnelleren und stabileren mobilen Breitbandverbindungen auf den Plan. Spätestens 2012 dürfte der Markt gesättigt sein, erwarten die Autoren der Studie.
In Deutschland teilen derzeit drei Anbieter drei Viertel der
DSL- und Kabel-Kunden unter sich auf:
Deutsche Telekom, United Internet und
Vodafone. Noch einmal dreizehn Prozent halten die Telecom- Italia-Tochter
Hansenet und die Düsseldorfer
Versatel. Mit dem Rest müssen sich Stadtnetzbetreiber und die
Kabelnetzbetreiber begnügen.
Mit dem Rücken zur Wand
Neben den Experten von Sal. Oppenheim und OC&C sehen auch andere Branchenkenner die Notwendigkeit für neue Zusammenschlüsse: "Die Finanzierungshähne sind nicht mehr so offen, deshalb müssen die Unternehmen versuchen, ihre Kräfte zu bündeln", sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Co. "Viele kleinere Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie können notwendige Investitionen derzeit nicht stemmen."