Freitag, 16.10.2009 17:31

Microsoft sucht Raubkopien auf Auktionsportalen

aus den Bereichen Sonstiges, Computer
Raubkopierer sind Verbrecher, dieser Slogan ist in Deutschland längst kein unbekannter mehr. Und auch bei Microsoft geht man weiter scharf gegen Softwarepiraterie vor. Zum Aufspüren von illegalen Kopien auf Auktionsportalen im Internet arbeitet Microsoft mit dem Unternehmen OpSec Security zusammen.

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Einsatz von Testkäufern

Die Technologie von OpSec Security durchsucht die verschiedenen Aktionsplattformen wie eBay oder hood.de und sammelt verdächtige Angebote. Im Anschluss werden die verdächtigen Auktionen begutachtet. Erhärtet sich der Verdacht, schlagen die Testkäufer zu. Der Geschäftsführer von OpSec Security, Hubert Neuner, erklärt weiterhin: "Die anonymen Testkäufe liefern uns wichtige Informationen über den Verkäufer. Außerdem kann Microsoft mithilfe der gekauften Produkte zweifelsfrei klären, ob es sich um Originalsoftware oder Raubkopien handelt, und dann gegen die ermittelten Anbieter illegaler Software gezielt vorgehen."

96 Prozent Raubkopien

Laut einer Studie der Business Software Alliance (BSA) wurden im ersten Halbjahr 19.076 Auktionen mit einer angebotenen Zahl von insgesamt 127.951 Raubkopien vorzeitig beendet. Der Wert der kopierten Software liegt nach Angaben der Studie bei über 39 Millionen Euro. Weiterhin gibt die Studie die Piraterierate in Deutschland mit 27 Prozent an, was Software im Wert von 1,55 Milliarden Euro entspräche. Neben dem finanziellen Schaden betont der Konzern auch die Gefahren für die Verbraucher durch Viren, Spyware oder Trojaner, die oft in illegalen Kopien zu finden sind.

Der von Microsoft bereitgestellte PID-Service (Produktidentifikationsservice) bietet seit 1999 die Möglichkeit, sein Windows auf Echtheit überprüfen zu lassen. Seit diesem Zeitraum wurden über 240.000 Lizenzen auf ihre Gültigkeit geprüft - laut Microsoft waren 96 Prozent der geprüften Software Raubkopien.

Konsequenzen für Verbraucher

Dr. Swantje Richters, Rechtsanwältin bei Microsoft, erläutert: "Verbraucher und Unternehmen, die nicht lizenzierte Software erworben haben, setzen sich teils wissentlich teils unwissentlich dem Risiko aus, dass sie vom jeweiligen Rechteinhaber wegen dieser illegalen Nutzung zivilrechtlich aber möglicherweise auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Dies kann Schadensersatzforderungen und kostspielige Prozesskosten nach sich ziehen."

Fälschung oder Original? Für den Käufer auf den ersten Blick nicht erkennbar. Bild: Microsoft
Marcel Petritz
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