Samstag, 17.10.2009 12:01

Télécom-Selbstmordwelle schockiert Frankreich

aus dem Bereich Sonstiges
Eine Frau stürzte sich aus dem Bürofenster in der vierten Etage, ein Mann sprang von einer Autobahnbrücke, ein weiterer erhängte sich zu Hause - dies sind nur drei der 25 Mitarbeiter von France Télécom, die sich seit Anfang 2008 das Leben genommen haben. In Frankreich herrscht Entsetzen über die Selbstmordserie bei dem Telekommunikationskonzern. Die Suizidquote im Unternehmen entspricht in etwa der der gesamten Bevölkerung. Die ist allerdings vergleichsweise hoch: In Frankreich kommen nach OECD-Angaben jährlich 17,6 Selbstmorde auf 100.000 Menschen, in Deutschland sind es 13. Das Land liegt international damit auf Platz sechs.

Anzeige
Abschiedsbriefe der Mitarbeiter

Besonders schockierend ist, dass in vielen Fällen ein direkter Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen bei France Télécom zu erkennen ist. Viele Mitarbeiter haben Abschiedsbriefe hinterlassen. "Ich werde mich umbringen... ich halte die Umstrukturierung nicht aus", schrieb eine junge Frau in einer E-Mail an ihren Vater, bevor sie sich aus dem Fenster stürzte. Der 51-Jährige, der von der Brücke sprang, war zwei Monate zuvor von seinem Verwaltungsposten in ein Callcenter versetzt worden. Auch im jüngsten Fall fand sich ein langer Brief, in dem der Autor sich über eine vergebliche Bewerbung auf einen anderen Posten enttäuscht zeigte.

"Ihr sollt Euch zwar totarbeiten, aber doch nicht gleich umbringen", hieß es zynisch auf einem Protestplakat, das ein Mann bei einer Demonstration in die Kameras hielt. Beschäftigte von France Télécom hatten in der vergangenen Woche mit einem Streik gegen die Verschärfung der Arbeitsbedingungen protestiert. Der Konzern, an dem der Staat noch 26,7 Prozent hält, steckt mitten in einer gewaltigen Umstrukturierung. Zahlreiche Kabeltechniker, die früher noch - wie der "Figaro" kürzlich schrieb - "wie ein Messias" in den französischen Haushalten empfangen wurden, sind überflüssig geworden. Wenn sie nicht entlassen werden, dann bleibt ihnen oft nichts anderes als ein Job im Telefonmarketing.

Zahlreiche Stellenstreichungen und Versetzungen

Seit 2006 hat France Télécom 22.000 Stellen gestrichen. Jeder dritte Beschäftigte ist schon mindestens einmal versetzt worden. Im ersten Halbjahr 2009 hat der Konzern wie seine europäischen Wettbewerber die Krise zu spüren bekommen. Der Gewinn war um 2,6 Prozent auf 8,82 Milliarden Euro zurückgegangen.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Télécom-Selbstmordwelle (11 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von *G* am 29.10.2009 um 06:02 Uhr
 Suche

Internet per VDSL
Die DSL-Anbieter rüsten auf:
Mit ihren VDSL Angeboten bieten die Provider Highspeed-Internet mit bis zu 50 Mbit/s in vielen Gebieten.
Jetzt T-Home VDSL Verfügbarkeit prüfen oder den Ausbau von 1und1 VDSL, Alice VDSL und Vodafone VDSL checken.
DSL Alternativen
Kein DSL verfügbar oder ist der DSL Test lahm wie eine Schnecke?
Dann schnell mobiles Internet per UMTS bestellen.
Mit einer Downloadrate in DSL Geschwindigkeit wird UMTS zur DSL Alternative und Fernsehen im Internet wird ebenfalls mobil möglich.
Aber auch Internet über Kabel ist schnell und günstig.
Handy ohne Vertrag
Zu einem neuen Prepaid-Tarif fehlt meist nur noch das dazu passende neue Prepaid Handy.
Ein Handy ohne Vertrag muss dabei keineswegs teuer sein.
Inzwischen bekommt man ein günstiges Klapphandy oder sogar ein Touchscreen Handy ohne zuviel ausgeben zu müssen.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs